Pillnitzer Palmenhaus erzählt Geschichte

So übel sah das Schmuckstück mal aus: Das Palmenhaus während der Jahrzehnte des Verfalls.
So übel sah das Schmuckstück mal aus: Das Palmenhaus während der Jahrzehnte des Verfalls.  © Deutsche Fotothek

Pillnitz - Von wegen nur barock. In Pillnitz wird ab sofort die Geschichte einer gewaltigen historischen Eisenkonstruktion erzählt: Das Palmenhaus zeigt sein Familienalbum!

Erstmals können Besucher die komplette Geschichte erfahren - als Dauerausstellung, so die Herrin der Schlossanlage Pillnitz, Sybille Gräfe: "Kuratorin Stefanie Krihning hat in aufwändiger Recherchearbeit historische Fakten und Bildmaterial aus Archiven und Privatsammlungen zusammengetragen."

Und so geht die Zeitreise.

Die Besucher betreten die Ausstellung aus dem üppig grünenden Oktogon des Palmenhauses von 1861 und tauchen ein in die Zeit, als Pillnitz ein Hort königlicher Pflanzenschätze war.

Illustratorin Anja Maria Eisen (44, l.) und Ausstellungsgestalterin Antje Werner.
Illustratorin Anja Maria Eisen (44, l.) und Ausstellungsgestalterin Antje Werner.  © Thomas Türpe

Ein neuartiges Ausstellungskonzept nimmt die Gäste an die Hand: Gestalterin Antje Werner und Illustratorin Anja Maria Eisen erzählen mit einem begehbaren Comic die wechselvolle Geschichte.

So spricht von den Wänden im alten Heizgang unter anderen Botanikfan König Friedrich August II. (1797-1854).

Dazu "erzählen" sein Gärtner Johann Gottfried Terscheck und Hofbaumeister Bernhard Krüger.

Nichts wird ausgespart. Weder die schwierige, zehn Jahre währende Planungszeit ab 1851, noch die Rekonstruktion 1951/52. Oder aber "die tiefen Talsohlen in den 1920er Jahren und nach dem Abrissbeschluss der Stadt 1972", so Gräfe.

"Glücklicherweise kam es nur zum Niedergang, doch nie zum Abriss." Die Story endet im Heute: 2009 konnte das Schmuckstück wiedereröffnet werden.

Eine Figur der Künstlerin Malgorzata Chodakowska.
Eine Figur der Künstlerin Malgorzata Chodakowska.  © Thomas Türpe
In altem Glanz: Das strahlend schöne Palmenhaus heute.
In altem Glanz: Das strahlend schöne Palmenhaus heute.  © Thomas Türpe