Darum zeigte Pique Millionen Zuschauern den Mittelfinger

Der gestreckte Mittelfinger von Pique sorgte für Diskussionen.
Der gestreckte Mittelfinger von Pique sorgte für Diskussionen.

Von Matthias Kernstock

Frankreich - Während der Hymne beim letzten Gruppenspiel Kroatiens gegen Spanien (2:1) wunderten sich die Fernsehzuschauer über einen Finger von Abwehrspieler Gerard Pique. Der Spanier streckte den Mittelfinger direkt in die Kamera.

Mehrere Medien versuchten noch während des Spiels, den Mittelfinger-Eklat zu erklären. "Sport1" vermutete einen Zusammenhang mit dem Geburtsort von Pique - nämlich Barcelona. Demnach sei Pique Anhänger der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung und könnte deswegen aus Ablehnung gegen Spanien mit Absicht gehandelt haben.

Auch in den sozialen Medien überschlugen überschlugen sich die Spekulationen: "Pique zeigt den Stinkefinger als guter Katalane", schreibt Equinox bei Twitter.

"Oh man, da sieht man mal was Vorbilder wie Stefan Effenberg mit der Jungend machen", scherzt User "Euros" hingegen. Licht ins Dunkel brachte Pique selbst kurz nach dem Abpiff selbst, als er bei Twitter auf die Spekulationen reagierte.

Kroatien jubelt über den 2:1 Sieg über Titelverteidiger Spanien.
Kroatien jubelt über den 2:1 Sieg über Titelverteidiger Spanien.

"Ich habe bei der Hymne nur die Finger gekreuzt. Lasst uns keine Kontroversen suchen, wo es keine gibt und gemeinsam die EURO gewinnen", schrieb der Ehemann von Sängerin Shakira.

Frust hatte der Abwehrspieler nicht nur wegen des Mittelfinger-Eklats. Auch sportlich lief es an diesem Abend nicht besonders gut für Spanien.

Ex-Bundesligaprofi Ivan Perisic hat Spanien den EM-Gruppensieg entrissen und damit dem Titelverteidiger den schweren Achtelfinal-Klassiker gegen Italien eingebrockt. Der frühere Wolfsburger erzielte am Dienstagabend in Bordeaux in der 87. Minute den Siegtreffer zum überraschenden 2:1 für Kroatien. Damit kassierte Spanien nach 14 EM-Spielen wieder eine Niederlage und bekommt es nun am Montag (18.00 Uhr) in Saint-Denis in einer Neuauflage des EM-Endspiels von 2012 mit dem wiedererstarkten Ex-Weltmeister Italien zu tun.

Kroatien trifft dagegen als Erster am Samstag (21.00 Uhr) in Lens auf einen Gruppendritten. Dieser könnte aber im ungünstigsten Fall auch Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo sein. "Ich fühle mich stolz. Ich glaube, dass es nur wenige Mannschaften gibt, die Spanien schlagen können", sagte Matchwinner Perisic und sein Kollege Ivan Rakitic ergänzte:

"Wir haben vielleicht gegen die beste Nationalelf der Welt gespielt. Wir haben gekämpft und es verdient. Unsere Leistung war richtig gut, so wollen wir weitermachen."

Fotos: ARD Mediathek, imago, twitter


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