In dieser Pirnaer Apotheke kam komplett die Decke runter

Pirna - Das ehemalige Rathaus an der Hauptstraße in Pirna wurde am Wochenende durch Wassermassen stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Wasser bahnte sich durch eine Arztpraxis in der ersten Etage seinen Weg in die darunter liegende Apotheke. Diese hat seit Dienstag wieder geöffnet.

Die Decke über der Rathaus-Apotheke in Pirna-Copitz ist durch die Havarie eingebrochen.
Die Decke über der Rathaus-Apotheke in Pirna-Copitz ist durch die Havarie eingebrochen.  © Daniel Förster

Passanten entdeckten das Unglück durch Zufall am Sonntagabend gegen 20.15 Uhr, als sie durch das Schaufenster in das denkmalgeschützte Gebäude sahen. Sie alarmierten daraufhin die Polizei.

Die Decke der Copitzer Rathaus-Apotheke hatte sich übers Wochenende mit Wasser voll gesogen. Weil die Statik die schwere Last nicht mehr tragen konnte, stürzte die Konstruktion schließlich ein.

Seitdem tropfte das Wasser vom OP-Raum der Hautarzt-Praxis unaufhörlich durch die Zwischendecke in den darunter liegenden Bereich.

Die Polizisten informierten die Eigentümer und die Kameraden der Feuerwehr, die die Wasserzufuhr an einem Eckventil unterbrach. Nach unbestätigten Angaben soll ein Defekt an einem Wasserboiler Auslöser der Havarie gewesen sein.

Apotheken-Chefin Claudia Meerz legte zusammen mit ihren Angestellten Hand an, um das Wasser im Verkaufsraum aufzuwischen. Während das Geschäft am Montag noch geschlossen blieb, kündigte Meerz am Dienstag an:

"Wir bedienen ab Dienstag wieder unsere Kunden und freuen uns über jeden, der uns trotz der Havarie und dass wir unter erschwerten Bedingungen arbeiten, die Treue hält. Soweit es geht, halten wir unseren normalen Betrieb aufrecht, sind lediglich über den Hintereingang erreichbar. Der Zugang erfolgt wie zu den Arztpraxen durch das Treppenhaus."

Die normalen Öffnungszeiten gelten auch weiterhin. Auf welche Summe sich der Gesamtschaden beläuft, ist noch unklar. Meerz sprach von einem wirtschaftlichen Schlag, da das Wasser auch in den Keller lief und die Holzflächen im Verkaufsraum aufgequollen seien.

Insgesamt ist wohl die Hälfte des Verkaufsraums zerstört, auch die Elektrik im Gebäude ist komplett hinüber. Mehrere Kabel hängen von der Decke hinunter. Bis das denkmalgeschützte Gebäude wieder komplett hergestellt sein wird, werden circa sechs bis acht Wochen vergehen.

Zum einen müssen die feuchten Flächen getrocknet und die Decke durch eine Spezialfirma entfernt werden. Erst danach kann die verkleidete, historische Holzbalkendecke saniert werden. Ob auch das Fundament des Gebäudes durchnässt ist, werden Probebohrungen zeigen müssen.

Polizei, Feuerwehr und Apotheken-Mitarbeiter kümmerten sich um das Schlimmste, nun muss eine Fachfirma ans Werk.
Polizei, Feuerwehr und Apotheken-Mitarbeiter kümmerten sich um das Schlimmste, nun muss eine Fachfirma ans Werk.  © Daniel Förster

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