Unfassbar! A17-Schleuser wieder auf freiem Fuß

Dariusz (22) und Kumpel Pawel L. (20) müssen sich als Schleuser vor dem Amtsgericht in Pirna verantworten.
Dariusz (22) und Kumpel Pawel L. (20) müssen sich als Schleuser vor dem Amtsgericht in Pirna verantworten.

Von Steffi Suhr

Pirna - „Wir sollten Dinge mit zwei Kleinlastern von Budapest nach Deutschland transportieren und dafür 200 Euro bekommen“, sagte Dariusz T. (22). Die „Dinge“ waren 59 Flüchtlinge! Am Freitag standen Dariusz und Kumpel Pawel L. (20) deshalb als Schleuser vorm Amtsrichter in Pirna.

„Ich wurde in Krakau angesprochen, ob ich Geld verdienen wollte“, so Dariusz, der wie sein Kumpel Pawel keinen Beruf erlernt hat. „Als wir aber die Menschen auf den Ladeflächen sahen, hatten wir Angst, einen Rückzieher zu machen. Wir wollten nur das eine Mal fahren.“

Laut Anklage waren sie mit den Flüchtlingen, darunter acht Kinder, über acht Stunden unterwegs.

Ohne Wasser, Essen, Pause.

An der A17 mussten die Flüchtlinge von den Ladeflächen. Als die Polizei mit Blaulicht nahte, trat Dariusz, der nicht mal einen Führerschein besitzt, aufs Gas: So stürzten Marcia H. und ihre fünfjährige Tochter vom Laster. Ein Wunder, dass beide nur leicht verletzt wurden.

"Wir bitten um milde Strafen“, wimmerten Dariusz und Pawel am Freitag. Tatsächlich bekamen sie Haftstrafen von 24 und 20 Monaten, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt werden soll.

Doch Staatsanwalt Steffen Leitte (44) kündigte sofort an in Berufung. Er will Haftstrafen von über drei Jahren.

„Es muss ein Signal geben, dass wir solche Taten hier nicht dulden“, so der Jurist.

Fotos: Daniel Förster


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