Gedenkstein vor Biergarten erinnert an erschlagene Frau

Pirna - Es war ein schreckliches Drama, das vor drei Jahren für Entsetzen sorgte: Anita K. (†56) wartete an einer Haltestelle in Pirna auf den Bus, als sie plötzlich von herabstürzenden Trümmern einer Hausruine getroffen und tödlich verletzt wurde.

"Gott sei ihrer Seele gnädig": Ruhe in Frieden, Anita K. (†56).
"Gott sei ihrer Seele gnädig": Ruhe in Frieden, Anita K. (†56).  © Marko Förster

Erst danach wurde das Todeshaus abgerissen, heute steht dort ein Biergarten. Die Betreiber stellten nun einen Gedenkstein für das Opfer auf.

Eingelassen in einen Betonsockel steht an der Unglücksstelle an der Dresdner Straße ein Granitstein. "In Gedenken an das Unfallopfer. Gott sei ihrer Seele gnädig", steht auf der Tafel.

Errichtet haben die Gedenkstätte die Betreiber des neuen Biergartens "Brotzeit-Alm": "Das war sehr tragisch damals. Sie stand zur falschen Zeit am falschen Ort. Sie soll eine gute Frau gewesen sein, die selbst nicht viel hatte, aber anderen half", sagt Gastwirt Frank Renoth (69).

Tatsächlich wollte die Pirnaerin am Unglücksmorgen zur Tafel fahren, wo sie arbeitete. Doch dann lösten sich Steine aus der mit Efeu zugewucherten Hausfassade.

Eine Passantin fand danach den leblosen Körper des Opfers.

Frank Renoth (69) betreibt mit seiner Frau den Biergarten, stellte vor wenigen Wochen an der Unglücksstelle den Gedenkstein auf.
Frank Renoth (69) betreibt mit seiner Frau den Biergarten, stellte vor wenigen Wochen an der Unglücksstelle den Gedenkstein auf.  © Marko Förster

Der Todesfall war auch deswegen so entsetzlich, da die Ruine schon seit Jahren Probleme gemacht hatte. Weil die Eigentümerin im Ausland lebte, selbst kaum tätig wurde, musste die Stadtverwaltung in Vorleistung das Gebäude sichern, den verfallenen Dachsims entfernen.

Die Kripo ermittelte auch zur Schuldfrage, doch das Verfahren wurde eingestellt:

"Es gab keinen hinreichenden Tatverdacht. Da die Bauaufsicht das Gebäude regelmäßig prüfte, konnte die Eigentümerin darauf vertrauen. Weitere Sicherungsmaßnahmen waren nicht erforderlich", so Oberstaatsanwalt Lorenz Haase (57). Behördliches Ergebnis: tragischer Unfall.

"Viele Pirnaer freuen sich über den Stein, stellen Blumen daneben", sagt Renoth. Der einsame Tod der Anita K. hat damit ein spätes Gedenken gefunden.

Nach dem Todesfall wurde die Hausruine abgerissen. Später mieteten Renoth und seine Frau das Areal, betreiben seit November ihren Biergarten.
Nach dem Todesfall wurde die Hausruine abgerissen. Später mieteten Renoth und seine Frau das Areal, betreiben seit November ihren Biergarten.  © Marko Förster

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