Der Joint kreiste in der Küche: Mutter kiffte mit ihrer Tochter (12)

Pirna - Diese entspannte Mutter-Tochter-Runde landete nun vor dem Amtsgericht Pirna: Laut Staatsanwaltschaft wanderte Anfang Januar in der Wohnung von Jutta G. (55) ein Joint von einem jugendlichen Dealer (16) zu ihr und von dort weiter zur eigenen Tochter. Doch die Mutter will von nichts gewusst haben.

Jutta G. (55) will nichts vom Inhalt der Zigarette gewusst haben, die sie sich mit ihrer Tochter geteilt hatte.
Jutta G. (55) will nichts vom Inhalt der Zigarette gewusst haben, die sie sich mit ihrer Tochter geteilt hatte.  © Holm Helis

Eigentlich wollte die gelernte Fleischfachverkäuferin ja gar nichts sagen, aber nachdem der Pirnaer Richter Andreas Beeskow (55) darauf hinwies, dass ein Geständnis die Strafe erheblich mindern könnte, platzte es doch aus ihr heraus:

"Ich stand in der Küche und habe Abendbrot gemacht", sagt sie. "Da habe ich an dieser Zigarette gezogen und wusste nicht, was das war. Dann wurde mir schlecht."

Ob das so stimmt, ist zweifelhaft. Zwar schwieg der mutmaßliche Dealer, der an diesem Abend bei der Familie zu Gast war, vor Gericht. Bei der Polizei hatte er allerdings ausgesagt, dass die Tochter für ihre Mutter gezahlt habe.

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Auch gibt es einen WhatsApp-Verlauf, der wohl zwischen Dealer und Jutta G. stattgefunden hat.

Diesem zufolge wusste sie wohl genau, dass es sich da nicht um Tabak handelte. "Das darf eine Mutter nicht", so der Richter. "Ich will nicht, dass Sie Ihre zwölfjährige Tochter kiffen lassen." Urteil folgt.

So einen Joint brachte ein Teenie-Dealer (16) bei der Familie vorbei.
So einen Joint brachte ein Teenie-Dealer (16) bei der Familie vorbei.  © Gottfreid Czepluch/imago images

Titelfoto: Holm Helis, Gottfreid Czepluch/imago images

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