So kämpfen CDU-Kandidaten gegen die AfD in der Sächsischen Schweiz

Pirna - Es ist kompliziert geworden für die CDU in Sachsen: Wo früher CDU-Direktkandidaten ein fast automatisches Abo auf Einzug in den Landtag hatten, scheint das heute für die AfD zu gelten. Wie reagieren eigentlich CDU-Direktkandidaten wie in der AfD-Hochburg Sächsische Schweiz?

Ihr Direktmandat ist nicht mehr sicher (v.l.): die CDU-Kandidaten Roland Wöller (48), Andrea Dombois (60), Jens Michel (52) und Oliver Wehner (35).
Ihr Direktmandat ist nicht mehr sicher (v.l.): die CDU-Kandidaten Roland Wöller (48), Andrea Dombois (60), Jens Michel (52) und Oliver Wehner (35).  © Daniel Förster

CDU-Kreis-Chef Jens Michel (52) bläst sechs Wochen vor der Wahl zur Offensive: "Es wird ein Kampf zwischen CDU und AfD."

Er verwahre sich dagegen, dass die Sächsische Schweiz als AfD-Land tituliert werde - und verweist auf die Kreistagswahl, wo die CDU stärkste Kraft wurde. Allerdings arg dezimiert. Die Europawahl gewann die AfD.

Die CDU hat viel zu verlieren - die Direktmandate in der Region halten keine Unbekannten: Neben dem CDU-Finanzexperten Michel sind dies Innenminister Roland Wöller (48), Landtagsvize-Präsidentin Andrea Dombois (60) und Oliver Wehner (35).

Bei allen ist Verunsicherung zu spüren, dass es trotz aller Anstrengungen ihrerseits diesmal bei der Landtagswahl eng werden könnte.

Dombois: "Ich habe sechsmal das Direktmandat gewonnen, war immer ansprechbar." Zuletzt habe sie sich z.B. um Brunnendörfer ohne Wasseranschlüsse gekümmert. Es gibt nun ein Förderprogramm.

Was, wenn es nicht reicht?

Wie sich der Landtag nach der Sachsen-Wahl zusammensetzt, ist offen, wie selten.
Wie sich der Landtag nach der Sachsen-Wahl zusammensetzt, ist offen, wie selten.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

"Viele Leute aber haben das Gefühl, es gibt keine Sicherheit mehr. Obwohl wir das oft widerlegt haben. Aber es wird gezielt geschürt. Schwer, da gegenzuhalten." Es sei so viel passiert, doch die Leute könnten sich oft nicht mehr freuen.

Alle vier setzen im Wahlkampf auf Erfolge - und gezielt auf sehr lokale Themen. Weil sie glauben, dass die AfD da nicht mithalten kann.

Ob das reicht? Wehner: "Wir sind vor Ort verwurzelt und vernetzt, das ist ein großer Vorteil für die Bürger."

Wöller: "Wir haben bewiesen, dass wir in der Region viel bewegt haben." Landtags-Vize Dombois: "Wenn es nicht reicht, dann ist das so. Es wäre aber schade fürs Land."

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