Alarm! Exotisches Kraut macht zu große Sprünge

Pirna/Zwickau – Sachsens Bäche wuchern zu. Teilweise drei Meter hoch hat sich ein rosafarbener Einwanderer breit gemacht. Das Drüsige Springkraut verdrängt nicht nur einheimische Arten, es beschleunigt im Ernstfall auch das Hochwassergeschehen.

Bürgermeister Andreas Kracke (Mühlentalfreunde) hat massiven Gegenwind. Selbst der Landrat mischt sich rechtswidrig ein.
Bürgermeister Andreas Kracke (Mühlentalfreunde) hat massiven Gegenwind. Selbst der Landrat mischt sich rechtswidrig ein.  © Egberth Kamprath

Endlich aber stellt der Freistaat den Kommunen auch Geld zur Verfügung, um das Kraut zu bekämpfen – zumindest indirekt.

Immerhin die Imker freuen sich über das blüten- und nektarreiche Gewächs. Durch den trockenen Sommer sind die Uferbereiche der Bäche und kleinen Flüsse noch breiter geworden – mehr Platz für den Einwanderer aus dem Himalaya-Gebiet. Trotz zahlreicher Eindämmungsversuche war diesem Kraut bisher kein Kraut gewachsen.

Denn ab Juli produziert der Neubürger unheimlich viele Samen, die bei Berührung der Pflanze mehrere Meter wegspringen. Die effektivste Verbreitungsart erfolgt aber flussabwärts: Die Pflanze kann unkompliziert mehrere Kilometer weiter eine neue Niederlassung gründen.

An größeren Flüssen bekämpft die Talsperrenverwaltung durch Ufersanierung und gezielte Maßnahmen die massenhafte Verbreitung. Denn die faustgroßen Wurzelballen bieten keinen Erosionsschutz und der Hochwasserabfluss-Querschnitt wird eingeschränkt. Ein Kampf gegen Windmühlen – denn Jahr für Jahr kommt eine neue Ladung aus den Oberläufen.

Für die Bewirtschaftung der Zuflüsse sind die Kommunen zuständig – und denen fehlte bisher das Geld. Das könnte sich durch den geplanten Doppelhaushalt des Freistaates ändern: die Kommunen sollen künftig eine Pauschale für die Gewässerunterhaltung bekommen – von 400 Euro pro Kilometer ist die Rede.

Kirchbergs Bürgermeisterin Dorothee Obst: „Das ist zumindest ein Anfang.“ Sie sucht bereits jetzt nach Bach-Paten. Auch der zugewucherte Lockwitzbach (Glashütte) könnte entkrautet werden.

Das Drüsige Springkraut schleudert seine Samen oft mehrere Meter weit und verbreitet sich explosionsartig.
Das Drüsige Springkraut schleudert seine Samen oft mehrere Meter weit und verbreitet sich explosionsartig.  © Imago

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