Plagiatsverdacht: Von der Leyens Doktorarbeit wird untersucht

Bisher (Stand 26. September 2015, 14:27:24) wurden auf 27 von 62 Seiten Plagiatsfundstellen dokumentiert.
Bisher (Stand 26. September 2015, 14:27:24) wurden auf 27 von 62 Seiten Plagiatsfundstellen dokumentiert.

Berlin - Die Internetplattform "VroniPlag" untersucht derzeit die Doktorarbeit von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (56, CDU). Bisher (Stand 26. September 2015, 14:27 Uhr) wurden auf 27 von 62 Seiten Plagiatsfundstellen dokumentiert.

Der Arbeitstitel von "VroniPlag" klingt kompliziert: "Eine kritische Auseinandersetzung mit der Dissertation von Dr. Ursula Gertrud von der Leyen: C-reaktives Protein als diagnostischer Parameter zur Erfassung eines Amnioninfektionssysndroms [sic] bei vorzeitigem Blasensprung und therapeutischem Entspannungsbad in der Geburtsvorbereitung."

Die Befunde, die die Plagiatsjäger bisher veröffentlichten, sprechen eine deutlichere Sprache: "Die Dissertation enthält zahlreiche wörtliche und sinngemäße Textübernahmen, die nicht als solche kenntlich gemacht sind", steht auf der offiziellen Seite.

Derzeit wird die Doktorarbeit von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (56, CDU) untersucht.
Derzeit wird die Doktorarbeit von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (56, CDU) untersucht.

Insgesamt wurden Plagiate auf 43,5 Prozent der bisher untersuchten Seiten gefunden, heißt es weiter.

Die Prüfer kritisieren die wortgleiche Übernahme fremder Textpassagen und Verstöße gegen übliche wissenschaftliche Zitierregeln der Arbeit, die 1990 an der Medizinischen Hochschule Hannover publiziert wurde. Einige Verweise in von der Leyens Arbeit würden sogar auf Quellen verweisen, in denen der zitierte Inhalt nicht zu finden sei.

Drei Seiten bestünden zu mehr 50 Prozent aus Plagiatstext, auf fünf Seiten gibt es bis zu 75 Prozent an problematischen Stellen.

Wie ein Sprecher von der Leyens Spiegel Online sagte, erfuhr die Ministerin bereits im August von der Untersuchung.

"Die Ministerin weist den Vorwurf nicht nur zurück - sie hat noch am selben Tag die Medizinische Hochschule Hannover gebeten, ihre Dissertation durch eine fachkundige und neutrale Ombudsstelle der Einrichtung überprüfen zu lassen." Die Hochschule habe ihr darauf eine unabhängige Prüfung versprochen.

Fotos: dpa


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