Platzt die BRN in diesem Jahr aus allen Nähten?

Schon 2013 wurde es mit 150 000 Feiernden so eng, dass Zugänge zur BRN zeitweise gesperrt werden mussten. Und nun fehlen große Ausweichflächen der Vorjahre.
Schon 2013 wurde es mit 150 000 Feiernden so eng, dass Zugänge zur BRN zeitweise gesperrt werden mussten. Und nun fehlen große Ausweichflächen der Vorjahre.

Von Hermann Tydecks

Dresden - Dresdens buntestes Straßenfest steht in den Startlöchern: Ende kommender Woche steigt wieder die Riesenparty Bunte Republik Neustadt (19.-21. Juni)!

Erwartet wird ein Ansturm von bis zu 150.000 Besuchern. Doch wo sollen die nur unterkommen? Baulücken, die in den Vorjahren noch als Ausweichraum dienten, sind verschwunden. Es wird so eng wie noch nie!

Ölsardinen-Flair auf der BRN: Vor allem abends dürften sich die Besucher Körper an Körper durch die engen Gassen schieben. Die Polizei musste bereits 2013 (150.000 Besucher) zeitweise die Zugänge zur BRN an Louisen- und Alaunstraße wegen Überfüllung sperren.

Das droht auch dieses Jahr: Bereits jetzt haben über 38.800 Gäste ihren BRN-Besuch im sozialen Netzwerk Facebook angekündigt (2014 waren es 26.000).

Der große Unterschied zu den Vorjahren: Lustgartenareal (hinter der Bautzner Straße), Lehrerparkplatz (Louisenstraße) und Aluna-Bühne neben der Scheune fallen weg, da dort gebaut wird.

„Wir haben für mehr Platz gekämpft, an die Verwaltung appelliert, Hilfe angeboten“, sagt Ulla Wacker (43) von der Schwafelrunde (siehe unten). „Aber wir waren nicht erfolgreich.“ Der amtierende OB Dirk Hilbert (43) machte einen Strich durch die Rechnung (siehe unten).

Den knappen Platz auf den Straßen teilen sich die Feiernden mit etwa 300 Ständen von Händlern, Anwohnern und Vereinen.

Über 300 Musiker spielen auf 17 Bühnen. „Es wird immer dichter. Das Genießen wird schwerer, Flair geht verloren“, sagt Ulla Wacker. „Trotzdem wird die BRN auch dieses Jahr vielfältig und bunt!“

Die BRN-Macher

Heute werden auf dem früheren Lustgarten-Areal Häuser gebaut. Die BRN-Macher Ulla Wacker und Magnus Hecht (beide 43) aus der Schwafelrunde setzten sich vergeblich für eine neue Ausweichfläche ein.
Heute werden auf dem früheren Lustgarten-Areal Häuser gebaut. Die BRN-Macher Ulla Wacker und Magnus Hecht (beide 43) aus der Schwafelrunde setzten sich vergeblich für eine neue Ausweichfläche ein.

Die BRN hat keinen einzelnen Organisator. Als Sprachrohr hat sich 2010 die Schwafelrunde etabliert. Das ist eine Art BRN-Parlament, bestehend aus rund 15 Mitgliedern.

Darunter sind engagierte Neustädter, Clubbetreiber und Vereinsvertreter. Die Schwafelrunde vernetzt BRN-Teilnehmer, erstellt das Programmheft und vermittelt bei Problemen.

Als Lösung für den akuten Platzmangel wollte die Schwafelrunde den einstigen Russensportplatz im Westen des Alaunparks als Ausweichgelände für die BRN nutzen. Der Stadtrat beschloss diese Lösung sogar ...

Der BRN-Bremser

Lehnte den Russensportplatz als neue Ausweichfläche für die BRN ab: Dresdens amtierender OB Dirk Hilbert (43).
Lehnte den Russensportplatz als neue Ausweichfläche für die BRN ab: Dresdens amtierender OB Dirk Hilbert (43).

... doch der amtierende OB Dirk Hilbert (43) legte im April sein Veto gegen den Stadtratsbeschluss ein: Der Russensportplatz sei für die Polizei eine schwer zu überblickende Erweiterung des BRN-Festgeländes, begründete Hilbert.

„Hinzu käme eine wesentliche Beeinträchtigung des Bischofswegs als Rettungs-, Flucht- und Versorgungsweg.“ Hilbert wurde daraufhin vom Stadtrat beauftragt, mit den BRN-Machern für die Zukunft neue Perspektiven (auch für die Größe des Festgeländes) zu entwickeln.

Die Umsetzung steht aber noch aus.


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