Anschlag auf Haus voller Ausländer? 19 Verletzte, LKA ermittelt

Bei dem Hausbrand in der Trockentalstraße erlitten die Verletzten nicht nur Rauchgasvergiftungen, sondern auch schwere Brandwunden.
Bei dem Hausbrand in der Trockentalstraße erlitten die Verletzten nicht nur Rauchgasvergiftungen, sondern auch schwere Brandwunden.  © Ellen Liebner

Plauen - Riesenkatastrophe im Vogtland. Bei einem Großbrand in einem Mehrfamilienhaus in der Trockentalstraße wurden 19 Menschen verletzt.

Die Verletzten sind alles Ausländer – wegen eines möglichen Brandanschlags übernahm das Landeskriminalamt die Ermittlungen.

Einige Opfer erlitten so schwere Brandwunden, dass sie mit Hubschraubern in die Spezialklinik nach Leipzig geflogen werden mussten.

In dem Wohnhaus leben rund 30 Ausländer, überwiegend Rumänen. Am späten Abend brach im Keller das verheerende Feuer aus.

Die Flammen züngelten schnell durch das Haus, brachten zusammen mit der Rauchentwicklung das Leben der Bewohner in Gefahr.

Neben der Berufsfeuerwehr eilte die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte zum Brandherd, 30 Helfer waren im Einsatz. Die Polizei sperrte die B 92 komplett ab. Sie konnte die Sperrung erst fünf Stunden später wieder aufheben.

Das Feuer wütete im ganzen Haus. Erst am Morgen konnten die Feuerwehrleute den Brand löschen.
Das Feuer wütete im ganzen Haus. Erst am Morgen konnten die Feuerwehrleute den Brand löschen.  © Berufsfeuerwehr Plauen

Nur wenige der 30 Bewohner konnten das Haus selbstständig verlassen. Die Feuerwehr musste die meisten Menschen evakuieren, 17 davon mit der Drehleiter.

Erst am Morgen war der Brand gelöscht. 19 Personen wurden verletzt, darunter mehrere schwer. Die Polizei konnte bislang keine genaue Übersicht geben, aber auch Kinder seien unter den Schwerverletzten.

Am Morgen übernahm das Landeskriminalamt Dresden die Ermittlungen wegen besonders schwerer Brandstiftung. Ob es sich um einen Anschlag in Plauen gehandelt hat, steht aber nicht fest.

Update 15.30 Uhr: Einige der 19 Verletzten erlitten bei dem Feuer lebensgefährliche Brandwunden. 14 Hausbewohner, darunter viele Kinder, mussten die Nacht in Notunterkünften in Plauen und Auerbach verbringen. Die folgenden Tage werden sie bei Verwandten und in Wohnungslosen-Einrichtungen untergebracht - das Brandhaus ist derzeit unbewohnbar.

Insgesamt waren am Abend und in der Nacht 50 Rettungskräfte im Einsatz, darunter auch zwei Schnell-Einsatz-Gruppen der Johanniter und des Falck-Rettungsdienstes.

Eingeschlagenes Fenster im Dachgeschoss des Brandhauses: Die Feuerwehr musste 17 Bewohner mit einer Drehleiter retten.
Eingeschlagenes Fenster im Dachgeschoss des Brandhauses: Die Feuerwehr musste 17 Bewohner mit einer Drehleiter retten.  © Ellen Liebner

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