IS-Alarm in Sachsen: So lief die Verhaftung des Syrers (22)

Plauen/Dresden - Anti-Terror-Aktion der Bundespolizei in Sachsen: Aufgrund eines Haftbefehls der Bundesanwaltschaft Karlsruhe nahmen Spezialkräfte am Donnerstagmorgen den Syrer Ismail A. (22) in seiner Wohnung in Plauen fest.

Bundespolizei im Anti-Terror-Einsatz: Beamte stürmten Wohnungen in Dresden und Plauen. Ein Syrer wurde festgenommen.
Bundespolizei im Anti-Terror-Einsatz: Beamte stürmten Wohnungen in Dresden und Plauen. Ein Syrer wurde festgenommen.  © dpa/Arno Burgi

Er gilt als Mitglied der Terror-Organisation Islamischer Staat (IS), soll neue Mitglieder geworben und grausame Hinrichtungsvideos verbreitet haben.

Zeitgleich schlug die Polizei in Dresden zu. Beamte stürmten die Wohnung einer Syrerin (36) und stellten Mobiltelefone sowie Bankunterlagen sicher. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft: "Es gab Kontakte zu Ismail A."

Die Festnahme des Mannes erfolgte am frühen Morgen. Zuvor hatten die Ermittler den Syrer monatelang observiert. Er soll in zwei Fällen Mitglieder für den IS geworben und seit September 2017 grausame Folter- und Hinrichtungsszenen des IS in What'sApp-Chats veröffentlicht haben. Weiterer Vorwurf: Ismail A. gab konkrete Handlungsanweisungen zur Beteiligung am IS.

Die Wohnung des Beschuldigten soll unweit der Moschee in der Dobenaustraße liegen, dem Zentrum Al-Muhadjirin. Als TAG24 dort vorsprach, wollte kein Besucher etwas von der Verhaftung gehört haben. Auch Ismail A. wollte niemand kennen.

Imam Iyad Mohammed distanzierte sich vom Terror: "Wir sagen immer, so etwas gehört nicht zum Islam!"

Die Moschee in der Plauener Dobenaustraße: Hier will niemand den mutmaßlichen IS-Werber Esmail A. (22) gekannt haben.
Die Moschee in der Plauener Dobenaustraße: Hier will niemand den mutmaßlichen IS-Werber Esmail A. (22) gekannt haben.  © Uwe Meinhold

Auch der Vorsitzende des Moscheevereins, der Arzt Isam Gaffer, wollte von der Festnahme und von Ismail A. nichts gehört haben. "Man kann nicht alle Besucher mit Namen kennen."

Als TAG24 ihn auf den islamistischen Ruf seiner Moschee ansprach, hatte er keine Zeit mehr.

Welch Geistes Kind die Plauener Moschee ist, macht der sächsische Verfassungsschutz in einem aktuellen Bericht klar. Danach verbreiten die Prediger dort "die salafistische Ideologie".

Diese Strömung lehne die Demokratie ab, sei antisemitisch, gegen die Gleichstellung der Frau und gegen das deutsche Schulsystem.

Laut Verfassungsschutz vertreten in Plauen vereinzelt Muslime "Glaubenspflicht" zum Jihad, dem Krieg gegen so genannte Ungläubige.

Das Vogtländisch-Islamische Zentrum in Plauen gilt für den Verfassungsschutz als Hochburg der Salafisten.
Das Vogtländisch-Islamische Zentrum in Plauen gilt für den Verfassungsschutz als Hochburg der Salafisten.  © Uwe Meinhold

Titelfoto: dpa/Arno Burgi, Uwe Meinhold


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