Nach Rechtsstreit mit dem Original: Haben sich "Modern Talking"-Doppelgänger zu früh gefreut?

Plauen - "Wir haben gewonnen!", jubelte dieser Tage das Playback-Duo "Modern Talking reloaded" aus dem Vogtland, bevor es zur Südamerika-Tour aufbrach. Nach über sechs Jahren Rechtsstreit mit dem Original gab es endlich ein Urteil. Die Frage nach dem Sieger beantworten die Anwälte von Thomas Anders allerdings anders.

Dürfen sich in Deutschland nicht mehr Modern Talking Reloaded nennen: Michael Beurich (l.) und André Brand aus Plauen.
Dürfen sich in Deutschland nicht mehr Modern Talking Reloaded nennen: Michael Beurich (l.) und André Brand aus Plauen.

Rechtsanwalt Johannes Ulbricht: "Das Landgericht Hamburg hat die beanstandete Verwendung des Begriffs "Modern Talking" trotz des Zusatzes "reloaded" als markenrechtswidrig angesehen und die Gegenseite deshalb nicht nur zur Unterlassung, sondern auch zum Schadensersatz verurteilt."

Außerdem dürfen die Doppelgänger keine Fotos verwenden, die verwechslungsähnlich mit den Originalkünstlern von Modern Talking sind. Für die Vogtländer dürfte dies zumindest bedeuten, dass sie ihre Show umbenennen und etwa ihre Klarnamen verwenden müssen.

Darüber hinaus wollte Thomas Anders den Playback-Sängern verbieten lassen, Unterhaltungsveranstaltungen durchzuführen, bei denen sie die Lippen synchron zu Original Modern Talking Aufnahmen mitbewegen. Das wäre aber einem Verbot des Vogtland-Duos in der bisherigen Form gleichgekommen.

Doch das Gericht sah hier die künstlerische Freiheit und eine schöpferische Gestaltung im Vordergrund und wies diesen Klagepunkt ab. Somit dürfen die Lippenbeweger weiter durch das Land touren. Und deshalb fühlen auch sie sich als die Sieger.


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