Blindgänger in Plauen: Funde werden oft verheimlicht

Silvia Queck-Hänel, Fachgebietsleiterin für allgemeine Ordnungsangelegenheiten und Ordnungsamtschef Wolfgang Helbig haben den Überblick über die Bombenfunde.
Silvia Queck-Hänel, Fachgebietsleiterin für allgemeine Ordnungsangelegenheiten und Ordnungsamtschef Wolfgang Helbig haben den Überblick über die Bombenfunde.  © Ellen Liebner

Plauen - Zuletzt im April mussten 500 Plauener ihre Wohnungen und Häuser räumen, weil eine 250-Kilo-Bombe im Wohngebiet "An der Eiche" gefunden wurde. Auch 2016 rückte zwei Mal der Entschärfungstrupp an. Noch immer werden Bomben im Stadtgebiet vermutet, deshalb sollen Einwohner nun sensibilisiert werden.

"Während des Zweiten Weltkrieges gab es in Plauen 14 Bombenangriffe", fassen Silvia Queck-Hänel und Ordnungsamtschef Wolfgang Helbig zusammen. "Insgesamt 4925 Tonnen Bomben fielen auf die Stadt." Seit 1980 wurden rund 70 Blindgänger geborgen. "Das entspricht knapp zwei Kampfmittelfunden pro Jahr."

Experten suchen immer wieder damals besonders stark bombardierte Gebiete ab. Häufig werden Kampfmittel aber auch von Privatpersonen gefunden und nicht zur Anzeige gebracht.

"Weil sie sich vor den Beseitigungskosten fürchten", so das Resümée. "Damit verstößt der Finder gegen die Anzeigepflicht und, viel schlimmer, setzt sich selbst und andere einer hohen Gefahr aus, denn Kampfmittel sind unberechenbar und heimtückisch."

Fakt ist: Die Kosten für das Bergen, den Abtransport und die Vernichtung der Kampfmittel trägt der Staatshaushalt. "Auch die für die Suche danach bei begründetem Verdacht."

Wer also Hinweise hat, wo noch Blindgänger versteckt sein könnten oder gar selbst fündig geworden ist, soll dies umgehend der Stadt melden.

Immer wieder halten Blindgänger die Menschen in Plauen in Atem.
Immer wieder halten Blindgänger die Menschen in Plauen in Atem.  © Ellen Liebner

Titelfoto: Ellen Liebner


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