Mann will Ehefrau vorm Knast bewahren, obwohl sie ihn fast mit Messer tötete

Plauen/Zwickau - Ein mutmaßlicher Ehestreit in Plauen endete im Blutbad: Antonia M. (38) soll ihren Mann Knut F. (60) mit einem Messer in der gemeinsamen Wohnung niedergestochen haben. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag. Während M. schweigt, stellt sich ihr Ehemann schützend vor sie und behauptet, es sei Notwehr gewesen.

Die Blut­tat er­eig­ne­te sich Ende Juli 2019 in der Plaue­ner Lie­big­stra­ße.
Die Blut­tat er­eig­ne­te sich Ende Juli 2019 in der Plaue­ner Lie­big­stra­ße.  © Ellen Liebner

"Sie nehmen Ihren Eheschwur sehr ernst", sagte der Richter.

Vor dem Landgericht Zwickau erzählte Knut F. eine neue Version des Tathergangs am 28. Juli 2019. Seine Frau habe zugestochen und aus Notwehr gehandelt, um sich vor seinen brutalen Schlägen zu schützen.

Bei der Polizeivernehmung war von Schlägen keine Rede.

"Sie bereut es zutiefst, ich will, dass sie wieder zu mir kommt", sagte F. Seine Frau sitzt seit der Tat in U-Haft.

Auslöser für die Bluttat soll ein Streit gewesen sein.

Das Paar war betrunken, verbrachte den Abend auf dem Sofa. F. störte, dass seine Frau ständig am Handy hing.

Es kam zu Rangeleien. Später soll M. zugestochen und in der Brust ihres Mannes eine 18 Zentimeter tiefe Wunde hinterlassen haben - drei Tage Koma! Der Rechtsmediziner konnte keine größeren Abwehrmerkmale der Frau erkennen, was wiederum gegen Angriffe des Mannes spricht. Wäre der Notarzt etwas später gekommen, hätte Knut F. die Attacke wohl nicht überlebt.

Ein Gutachter soll nun prüfen, inwieweit Antonia M. zum Tatzeitpunkt handlungsfähig war, zumal sie auch unter Einfluss von Medikamenten stand. Das Urteil soll Anfang März fallen.

Antonia M. (38) soll ihren eigenen Ehemann niedergestochen haben. Bislang schweigt sie zu den Vorwürfen.
Antonia M. (38) soll ihren eigenen Ehemann niedergestochen haben. Bislang schweigt sie zu den Vorwürfen.  © Uwe Meinhold

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