Wollte Mann seinen Kumpel im Schlaf töten?

Plauen/Zwickau - Eine blutige Auseinandersetzung in einer Plauener Asyl-Wohnung bereitet dem Landgericht Zwickau Kopfzerbrechen. Sohaib Y. (21) soll versucht haben, seinen Mitbewohner Ali Y. (25) im Schlaf zu erstechen. Beide haben allerdings ihre jeweils eigene Version zum Tatgeschehen ...

Der Angeklagte Sohaib Y.
Der Angeklagte Sohaib Y.  © Sven Gleisberg

Am 6. August dieses Jahres, gegen 2 Uhr, kam Sohaib Y. laut Anklage ins Zimmer von Ali Y. Erst soll er ihn mit einem Besenstiel gegen den Kopf geschlagen haben, dann folgte ein Messer-Angriff in den Unterbauch.

Die fünf Zentimeter tiefe Stichwunde musste operiert werden.

"Wegen der Heimtücke wird wegen versuchten Mordes angeklagt", so die Staatsanwältin.

Der Angeklagte ließ sich über seinen Verteidiger ein, behauptete aber, aus Notwehr gehandelt zu haben. Ali Y. habe sich wegen des Lärms in der Wohnung beschwert.

"Er hat mich zuerst geschlagen. Im Streit blickte er zum Messer, das auf dem Kühlschrank lag. Ich war schneller. Wir stürzten auf die Couch - auf einmal war da Blut."

Zwei Zeugen schritten ein, verhinderten laut Anklage Schlimmeres. Das Opfer widerspricht: "Wir haben alle zusammen gegessen. Dann bin ich eingeschlafen. Irgendwann kam er (Sohaib Y., d. Red) in mein Zimmer, knipste das Licht an und schlug mich mit dem Besen, sodass er zerbrach. Danach holte er das Messer hinter seinem Rücken hervor und stach zu."

Keine leichte Urteilsfindung fürs Gericht: "Wir haben hier völlig unterschiedliche Versionen gehört", so der Richter. Der Prozess wird fortgesetzt.

Die Tat passierte in der Eugen-Fritzsch-Straße in Plauen.
Die Tat passierte in der Eugen-Fritzsch-Straße in Plauen.  © Sven Gleisberg

Titelfoto: Sven Gleisberg

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