Pleiten, Pech und Pannen mit Sachsens Justiz-Computern

Leider oft zu sehen an sächsischen Gerichten: Die Anzeigetafel schweigt, es herrscht stattdessen "Zettelwirtschaft".
Leider oft zu sehen an sächsischen Gerichten: Die Anzeigetafel schweigt, es herrscht stattdessen "Zettelwirtschaft".

Von Steffi Suhr

Dresden - Sachsens Justiz und ihre Technik standen 2015 unter keinem guten Stern. Der Freistaat, der Vorreiter in Sachen "elektronische Akte" sein will, kämpfte ständig mit Computerproblemen - und der Ärger geht weiter.

"forumStar" heißt das Programm, das alles vereinfachen soll: Elektronische Aushänge an Sälen, Urteile, Beschlüsse, Verfügungen. Kurz, alle wichtigen Dokumente aus den Akten sind darin von Richtern und Justizmitarbeitern abrufbar. Eigentlich.

Doch bei "Volllast zeigten sich Fehler, die im Test nicht simuliert werden konnten", heißt es in einer Stellungnahme des Justizministers Sebastian Gemkow (37, CDU) an den Landtag. Nach einem Update im Oktober stieg das System tagelang aus.

"Das betraf 30 Gerichte und 2800 Mitarbeiter", so Sprecher Jörg Herold (34).

Die "Leitstelle für IT der Justiz" (LIT) fahndet seither mit den System-Entwicklern nach den Fehlern. Bis dahin läuft das Programm per "Umgehungslösung", einem Provisorium.

Nun soll permanentes Monitoring Systemfehler oder Überlastungen frühzeitig feststellen. Außerdem prüft die LIT, die Tests zu optimieren.

Foto: Thomas Türpe (1)


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