Darum adoptieren Wahlberg und Byrne in "Plötzlich Familie" drei Kinder

Berlin - Keine flache US-Komödie von der Stange! "Plötzlich Familie" von Regisseur Sean Anders (Daddy's Home 1+2, Kill the Boss 2, Der Chaos-Dad) ist sogar deutlich mehr als das.

Lizzy (vorne-rechts, Isabela Moner) staunt nicht schlecht über das schöne Zimmer, das ihr Pete (l., Mark Wahlberg) und Ellie (verdeckt, Rose Byrne) zur Verfügung stellen.
Lizzy (vorne-rechts, Isabela Moner) staunt nicht schlecht über das schöne Zimmer, das ihr Pete (l., Mark Wahlberg) und Ellie (verdeckt, Rose Byrne) zur Verfügung stellen.  © PR/Paramount Pictures

Wer sich die Filmografie von Anders anschaut, wird überrascht sein: Denn seine bisherigen Filme waren genau das, was man unter oberflächlichen und ziemlich lahmen US-Komödien versteht.

Bei "Plötzlich Familie" ist die Ausgangslage jedoch eine andere. Denn dieses Werk beruht auf wahren Begebenheiten.

Pete Wagner (Mark Wahlberg) und Ellie Wagner (Rose Byrne) sind seit vielen Jahren ein Paar und renovieren gemeinsam Häuser.

Sie ziehen in ihr eigenes großes Heim ein - doch irgendetwas fehlt. Nur was? Kinder!

Nach einigen Überlegungen entscheiden sich die Wagners, an einem Adoptionsagentur-Programm teilzunehmen, dem Karen (Octavia Spencer) und Sharon (Tig Notaro) vorsitzen.

Eigentlich wollen sie ein junges Kind haben - bis sie bemerken, dass alle potenziellen Adoptiveltern die Teenager auslassen.

Also geht Pete zu den Jugendlichen hin und wird dafür von der 15-jährigen, toughen Lizzy (Isabela Moner) zurechtgewiesen. Sie beeindruckt die Wagners und wird mit ihren Geschwistern Juan (Gustavo Quiroz) und Lita (Julianna Gamiz) von ihnen adoptiert. Doch damit beginnen die Probleme erst...

Sharon (l., Tig Notaro) und Karen (r., Octavia Spencer) leiten das Adoptionsagentur-Programm und vermitteln den Wagners ihre drei Adoptivkinder.
Sharon (l., Tig Notaro) und Karen (r., Octavia Spencer) leiten das Adoptionsagentur-Programm und vermitteln den Wagners ihre drei Adoptivkinder.  © PR/Paramount Pictures

Diese Geschichte ist überraschend gut umgesetzt, weil sie vor allem eines hat, was vielen US-Komödien fehlt: Herz.

Daher sieht man auch gerne über einige zu dick aufgetragene oder unlustige Szenen hinweg.

Denn diese gelungene Mischung aus Komödie und Drama ist sympathisch und dank der gut aufgelegten Schauspieler auch charismatisch.

Die Chemie zwischen Mark Wahlberg (Mile 22, The Fighter) und Rose Byrne (Brautalarm, Bad Neighbors) stimmt.

Dazu zeigt auch Shooting Star Isabela Moner (Sicario 2) eine gute Leistung.

Die heimlichen Stars des Films sind allerdings in den Nebenrollen zu finden: Margo Martindale (Im August in Osage County) als kernige Oma, Octavia Spencer (The Help) und Tig Notaro (One Mississippi) im Zusammenspiel als Vermittler erden den Streifen und sorgen aufgrund ihrer Präsenz für schauspielerische Highlights.

Auch dank ihnen hat "Plötzlich Familie" deutlich mehr Tiefe und behandelt das durchaus schwierig umzusetzende Thema Adoption gut, weil auch im Alltag damit einhergehende Probleme überzeugend dargestellt werden.

Die herzliche Oma Sandy (Margo Martindale) nimmt Juan (Gustavo Quiroz) und Lita (Julianna Gamiz) sofort in die Familie auf.
Die herzliche Oma Sandy (Margo Martindale) nimmt Juan (Gustavo Quiroz) und Lita (Julianna Gamiz) sofort in die Familie auf.  © PR/Paramount Pictures

Unter anderem deshalb reißt er emotional mit, ist über die gesamte Laufzeit von 118 Minuten interessant und fesselnd, weil man immer wissen möchte, wie es weitergeht.

Es gibt zwar auch den ein oder anderen Durchhänger und einige Sequenzen, die man hätte kürzen können, doch insgesamt ist der Film eine runde Sache, die ohne große Fremdschäm-Momente und Peinlichkeiten auskommt.

Allerdings gibt es nur wenige Szenen, über die man wirklich lachen kann, doch darüber trägt die angenehme Atmosphäre die Zuschauer hinweg.

Dazu überzeugen die schön ausgestatteten, detailreichen Locations und die ruhige Kameraführung.

"Plötzlich Familie" ist mit großem Abstand der beste Film von Regisseur Sean Anders, weil sein neustes Werk Tiefe hat, ein schwieriges Thema respektvoll und dennoch emotional mitreißend behandelt und er sein namhaftes Schauspiel-Ensemble zu guten Leistungen antreibt. Wegen einiger zu dick aufgetragener Sequenzen und fehlgezündeten Gags ist der Film dann aber "nur" eine sehr gut anzuschauende Komödie.

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