Plus Size: Aktuelle Modetrends für Ladies

Deutschland – Große Größen können auch ganz großartig aussehen. Das gilt auch für die Modetrends für die kommenden Herbst- und Wintermonate 2020/2021.

Weg mit der Sommermode, heraus mit den Herbst/Winter-Sachen. Dieses Jahr auch im Plus-Size-Bereich mit frischen Trends.
Weg mit der Sommermode, heraus mit den Herbst/Winter-Sachen. Dieses Jahr auch im Plus-Size-Bereich mit frischen Trends.  © unsplash.com © AllGo – An App For Plus Size People

Der Sommer 2020 war zwar vielerorts nicht so brutal heiß wie in den beiden Jahren zuvor, dennoch gibt es viele, die kürzlichen Wetteränderungen herbeisehnten – nicht einmal so sehr direkt wegen der niedrigeren Temperaturen, sondern viel mehr, weil damit auch die Möglichkeit einhergeht, wieder einen viel größeren Fokus auf Style und schicke Kombinationen zu setzen, wo es an heißen Tagen oft notgedrungen nur darum gehen muss, den Körper einfach bloß optimal zu belüften.

Doch was trägt die Frau von Welt im Plus-Size-Segment in den kommenden kühlen und kalten Monaten? Wir haben uns umgeschaut.

1. Blumen und Paisley und mehr

In unserer Fantasie ist der Herbst oft ein schimmernder Traum in Rot, Braun und Gold. In der Realität hingegen sind diese tatsächlich goldenen Phasen oft genug eine Seltenheit. Häufiger zeigt sich der Herbst wolkenverhangen, grau in grau – die unschöne Seite.

Damit da der Winterblues nicht schon im Oktober beginnt, trägt die kurvenreiche Frau von Welt in den kommenden Monaten gerne auch optisch Fröhliches. 

Dabei zeigt sich in den aktuellen Kollektionen großer Größen ganz deutlich, dass es dabei drei Stoßrichtungen gibt:

  • Einmal Paisleymuster, gerne als Tunika und Kleider.
  • Einmal florale Muster, vor allem auf Blusen und ebenfalls Kleidern. Gern auch in Richtung tropisch und sogar fruchtig. Tipp: Für Plus Size sollten die Aufdrucke lieber kleinformatig sein und wenig kontrastierend.
  • Einmal Animal-Prints. Kein ganz neuer Trend, aber nach wie vor ein Dauerbrenner in Leopard und Co, vor allem auf Röcken.

Übrigens gilt dabei auch weiterhin der schon seit einigen Winterhalbjahren bestehende Trend: Es dürfen durchaus auch sommerliche Stücke sein, wenn sie clever kombiniert werden

Zusammen mit warmen Strumpfhosen, darunter getragenen Rollkragenpullis oder darüber getragenen Oversize-Pullovern und generell einem wärmenden Zwiebelprinzip kann so auch ein hauchdünnes Blumensommerkleid nasskaltem Novemberwetter sowohl thermisch wie optisch trotzen. 

© unsplash.com © Marionel Luciano

2. Zurück in die Zukunft der 80er

Für nicht wenige stehen die 1980er Jahre für die brutalste Aneinanderreihung von Modesünden die es jemals in einem so kurzen Zeitraum gab. Das ist zwar nicht ganz falsch, allerdings hatten die 80er durchaus auch schöne Seiten. 

Und selbst das, was damals wegen seiner Übertriebenheit in der Retrospektive so schlimm aussah, kann heute als Reinkarnation dank geschickterem Design und mehr Fingerspitzengefühl absolut passend wirken.

Ja, auch im Plus-Size-Segment sind die 80er deshalb „back in Town“. Und sie manifestieren sich vor allem durch die folgenden Details:

  • Weiße, große, gern auch mit Stickapplikationen verzierte Krägen, vorzugsweise an Kleidern. Wurden von vielen als „Prinzessin Diana Look“ verspottet, sind aber allein schon deshalb ein Wow-Detail, weil sie seit den frühen 1990ern gänzlich verschwunden waren – soll heißen, die gedankliche Verbindung zu den 80s werden wahrscheinlich sowieso nur diejenigen machen, die die erste Hochzeit der Krägen damals live erlebt haben.
  • Weite und hohe Stiefel, in die die (Strumpf-)Hose gesteckt wird – passt auch ganz hervorragend zum erwähnten Look mit den Sommerkleidern.
  • Auf die Spitze getriebene Looks Schwarz in Schwarz (passend zum 1986 erschienenen Klassiker von Depeche Mode „Dressed in Black“). Hat natürlich in Plus Size den Vorteil, dass schwarz bekanntermaßen optisch einiges kaschieren kann. Wichtig allerdings: Entweder völlig schwarz von Kopf bis Fuß oder gar nichts. Und: Es darf auch gern Lack und Leder sein.

Und was ist mit den Schulterpolstern? Ja, auch die sind wieder zurück. Übrigens nicht erst für die Herbstsaison 2020. Allerdings lässt sich beobachten, dass die Designer im Gegensatz zu den Looks der vergangenen Monate noch etwas mehr Unterfütterung hinzugepackt haben, auf manchen Laufstegen sogar dramatisch mehr

Da heißt es sehr vorsichtig und zur genauen Körperform kombinieren, damit der Style gut wirkt und nicht ins Übertriebene kippt wie in seiner ersten Ausprägung Ende der 80er. 

© unsplash.com © Pedram Normohamadian

3. Weg mit den Säcken

Plus Size ist längst kein Makel mehr. Allerdings gibt es vielerorts immer noch einen Hang dazu, die ausgeprägten Kurven durch weit geschnittene, teilweise regelrecht wallende Kleider zu kaschieren – und das, obwohl Modeexperten seit Jahren sagen, dass dieses Mehr an Stoff leider viel zu oft den gegenteiligen Effekt hat und wohlgerundete Kurven in einem formlosen Nichts untergehen lässt.

Der Herbst 2020 ist deshalb der späteste Zeitpunkt, an dem übertriebene Oversize-Stücke spätestens den Kleiderschrank auf Nimmerwiedersehen räumen sollten. 

Es gilt, auch Frauen mit mehr dürfen und sollen gern ihre Vorteile durch enger anliegende Sachen betonen. Dabei geht der Trend ganz eindeutig zum einen hin zu Small Tops, also relativ kompakt geschnittenen Oberteilen, und zum anderen zu eng geschnittenen Jeans – unbedingt aber mit hohem Bund; der hilft dabei, Bauchansätze zu kaschieren und lenkt den Blick auf die wohlgerundeten Hüften.

4. Das unsterbliche Strickkleid

Für die winterhalbjährliche Mode hat das Strickkleid schon seit Jahren einen ähnlich legendären Status wie die Jeans: Es geht einfach immer und zu praktisch jeder Gelegenheit. Angesichts einer so universellen Nutzbarkeit dürfte es kaum verwundern, dass auch in den kommenden Monaten natürlich wieder zum gestrickten Kleid gegriffen werden darf. Die wichtigsten Details für die kommende Saison:

  • Mittellang, also bis kurz unter die Knie geschnitten – dann können auch die erwähnten 80er-Stiefel ganz hervorragend dazu getragen werden.
  • Immer mit Taillengürtel, um das Kleid ordentlich „auf Figur“ zu bringen.
  • Gern in Kombination mit dem „All Black“ Look, ansonsten immer stilsicher in gedeckten, erdigen Tönen zwischen Braun, Aubergine und Bordeaux. Allerdings: Ein klassisches Mittelgrau kann ebenso sehr genial wirken.

Kombiniert werden kann das Kleid für einen seriösen Auftritt mit einem Blazer, alternativ mit einem warmen Mantel – der kontrastierend dazu gern auch in kräftigen Farben gehalten sein darf.

Allerdings gäbe es da auch noch eine dritte Option, denn ein weiterer Trend lädt geradezu dazu ein…

5. Capes und Ponchos

Gibt es ein weiteres Kleidungsstück, das so herrlich nachlässig ist und dennoch niemals ebenso nachlässig wirkt? Wahrscheinlich nicht. Das könnte auch ein Grund sein, warum die Designer auch für das kommende Winterhalbjahr einmal mehr und diesmal sogar ziemlich verstärkt auf Capes und Ponchos setzen.

Dabei zeigten die Modenschauen ganz deutlich, dass Frau hier die Wahl hat:

  • Variante Nummer 1 sind solche Capes, die sich streng am restlichen 80er Look orientieren und deshalb mit kräftigen Schulterpolstern und einer dadurch fast schon V-förmigen Linie auftreten – muss wie erwähnt sehr typabhängig eingesetzt werden.
  • Variante Nummer 2 sind lässige Capes im Bohemian-Style. Streckenweise scheinen deren Designs uns fast schon in die 1970er zurückzubringen.

Ob es allerdings wie beim Label „Pringle of Scotland“ ein ganz schwarzes Cape mit weißen Ärmelspitzen und Kragen sein sollte, sei dahingestellt – es könnte passieren, dass Frauen, die das tragen, mit „Mutter Oberin“ angesprochen werden. 

Titelfoto: unsplash.com © Pedram Normohamadian


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