Kommunen und Land liegen wegen S 223 im Clinch!

Pockau-Lengefeld - Die Bröselpiste S 223 im Erzgebirge wird langsam zur Politaffäre. Das Land bringt die Staatsstraße seit Jahren nicht in Ordnung. Nun sorgt eine Einzelfallentscheidung in Dresden für Zoff in Pockau-Lengefeld.

Seit Jahren verkommt die Staatsstraße S 223 von Olbernhau nach Pockau-Lengefeld zum Flickenteppich. Hier in Blumenau wurde die Straße 1985 das letzte Mal grundhaft ausgebaut.
Seit Jahren verkommt die Staatsstraße S 223 von Olbernhau nach Pockau-Lengefeld zum Flickenteppich. Hier in Blumenau wurde die Straße 1985 das letzte Mal grundhaft ausgebaut.  © Uwe Meinhold

Kilometerweit reiht sich auf der S 223 im mittleren Erzgebirge Flicken an Flicken. Ganz schlimm ist es auf zwölf Kilometern zwischen Olbernhau und Pockau.

Das räumt eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums (SMWA) ein: "Für den betreffenden Streckenabschnitt wäre grundsätzlich ein Straßenausbau erforderlich, um neben den Belangen einer regelgerechten Ausstattung wie Fahrbahnbreiten und Gehwegen vor allem eine geordnete Straßenentwässerung anzulegen."

In Olbernhau tut sich jetzt etwas. Die Stadt geht in Vorleistung, will Planung und eine neue Asphaltdecke auf rund 2,5 Kilometern vorstrecken. Diesen Plan bestätigt Bürgermeister Heinz-Peter Haustein (63, FDP). 2019 soll es losgehen, so das SMWA.

Das bringt Pockau-Lengefelds Bürgermeister Ingolf Wappler (47, CDU) auf die Palme: "Seit fast zwei Jahren wollen wir wie Olbernhau die Planungen und eine neue Deckschicht auf etwa sieben Kilometern Länge zwischen Pockau und Olbernhau vorfinanzieren.

Bislang hieß es aus dem SMWA: Solche Kooperationen zwischen Land und Kommune gehen nicht." Nun spricht Dresden von einer "Einzelfallentscheidung" für Olbernhau.

Wann die S 223 wieder den Namen einer "Staatsstraße" verdient, ist offen. Es gebe noch kein Baurecht, so die SMWA-Sprecherin: "Eine kurzfristige Umsetzung eines Straßenausbaus ist somit nicht realisierbar."

Die Brücke in Nenningmühle soll seit Jahren ersetzt werden. Aber nichts geschieht, kritisiert Bürgermeister Ingolf Wappler (47, CDU).
Die Brücke in Nenningmühle soll seit Jahren ersetzt werden. Aber nichts geschieht, kritisiert Bürgermeister Ingolf Wappler (47, CDU).  © Uwe Meinhold

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