Protest bei Leipzig: Eskaliert es beim Anti-Braunkohle-Camp?

Pödelwitz - Muss mit Gewaltaktionen beim "Klimacamp Leipziger Land" in Pödelwitz (Landkreis Leipzig) gerechnet werden? Das zumindest befürchtet der Weißenfelser SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Erben.

Schon im letzten Jahr kämpften Aktivisten und Anwohner dafür, dass Pödelwitz nicht untergeht.
Schon im letzten Jahr kämpften Aktivisten und Anwohner dafür, dass Pödelwitz nicht untergeht.  © DPA

Vom 28. Juli bis zum 5. August wollen Aktivisten auf dem Klimacamp ein Zeichen setzen. Warum? Die deutsche Braunkohlegesellschaft MIBRAG kauft nach und nach das Dorf Pödelwitz südlich von Leipzig auf und siedelt die Bewohner des 700 Jahre alten Örtchens um. In der Region rund um das Braunkohlekraftwerk Lippendorf soll so noch mehr Kohle abgebaut werden können.

Erst vor wenigen Tagen hatten Mitglieder des Umweltschutzvereins Robin Wood ein großes Banner am alten Absetzer des Tagebaus Espenhain aufgehängt. Darauf zu lesen: "Zieh doch selber um! -Pödelwitzbleibt #Climatejusticenow" (TAG24 berichtete).

Die Woche beinhaltet Workshops, Diskussionen und Vorträge zu den Themen Kohleabbau und Klimaschutz. Die Veranstalter betonen die Friedlichkeit der Aktion, doch andernorts befürchtet man Schlimmes. Erben äußert sich sorgenvoll: "Die Erfahrungen bei Klimacamps der Vorjahre im Rheinland und der Lausitz zeigten [...], dass 'Begleiterscheinungen' des friedlichen Protestes auch Gewalt gegen Bergleute und Polizisten sowie gegen Kraftwerks- und Tagebauanlagen sind." Dagegen solle man hart durchgreifen.

Zwar sei es das Recht der Kohlegegner, zu demonstrieren, dennoch appelliert Erben an die Aktivisten, sich "bei allen Aktionen immer daran zu erinnern, dass auf der anderen Seite ihres Protestes Menschen arbeiten, die nach geta- ner Arbeit wieder heil nach Hause kommen wollen."

Ob die Befürchtungen des Politikers berechtigt sind, wird sich in wenigen Tagen zeigen.

Titelfoto: DPA


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