Protest-Camp vor Kraftwerk: Umwelt-Aktivisten ketten sich an Förderbänder

Pödelwitz - Im "Klimacamp Leipziger Land" wollen Gegner von Braunkohle am heutigen Samstag mit einer Sitzblockade und einer Fahrrad-Demonstration für den Bestand des Dorfes kämpfen.

© robinwood.de

Seit einer Woche campen über 1000 Umwelt-Aktivisten in dem Dorf bei Leipzig, das zugunsten des Braunkohlekraftwerks Lippendorf umgesiedelt werden soll. Noch etwa 30 Menschen wohnen in Pödelwitz, etliche sind bereits weggezogen. Die Grundstücke und Häuser der ehemaligen Bewohner kaufte die Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft mbH (MIBRAG) auf.

Mit dem Protest wollen die Aktivisten Solidarität zeigen - mit Pödelwitz und im Kampf gegen Braunkohle. "[W]ir werden nicht tatenlos zusehen, wie unsere Zukunft zugunsten einer schmutzigen Energieproduktion aufs Spiel gesetzt wird", hießt es in einem Aufruf der Gruppe "Kohle erSetzen". Es sei ein friedlicher Protest geplant. Im Vorfeld waren Sorgen laut geworden, das Camp könnte in Gewalt ausarten (TAG24 berichtete). Auch die Polizei ist vor Ort.

"Ich finde es schade, dass die Außenwirkung so ist", sagt eine Camperin zu TAG24. Man wolle nicht gewalttätig werden, sondern aufrütteln. Bisher verlaufe das Camp in geordneten Bahnen. "Den Teilnehmern geht es nicht darum, anderen zu schaden, sondern aufzurütteln."

Um 10 Uhr startet die Fahrraddemonstration unter dem Motto "Ey Digger, bagger' mich nicht an!" durch die Schnauda Aue, den Stadt Groitzsch, sowie die Dörfer Obertitz und Großstolpen.

Update, 9.20 Uhr: Derzeit haben sich mehrere Umweltschützer an die Förderbänder des Kraftwerks gekettet. Die Werksfeuerwehr der MIBRAG transportiert nicht angekettete Personen ab.

Update, 10.50 Uhr: Die Blockade wurde geräumt. Die beteiligten Aktivisten wurden in Gewahrsam genommen.

Update, 14.15 Uhr: Mit einer Sitzblockade versperrten die Aktivisten die beiden Zugänge zu dem Kohlekraftwerk.

Update, 17 Uhr: Die Kohle-Gegner wurden einzeln von Polizeibeamten weggetragen.

Update, 17.20 Uhr: Grünen-Politiker Jürgen Kasek kündigt an, dass sich die Protestanten "langsam zurück" ziehen. Er ist sich sicher: "Gemeinsam machen wir den Kohleausstieg möglich."

Titelfoto: robinwood.de


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