Nach Randale: Bischofswerdaer FV will Pokalausschluss für Lok

Die Polizei musste Pfefferspray einsetzen, um die randalierenden Lok-Anhänger in den Griff zu bekommen.
Die Polizei musste Pfefferspray einsetzen, um die randalierenden Lok-Anhänger in den Griff zu bekommen.  © Rocci Klein

Bischofswerda/Leipzig - Die Fan-Randale mit Verletzten beim Pokalduell zwischen Lok Leipzig und dem Bischofswerdaer FV sollen für den Gewinner (Lok) auch ein sportliches Nachspiel haben.

Der Präsident des Oberligisten, Jürgen Neumann (53), reichte beim zuständigen Fußball-Verband den Antrag ein, Lok vom weiteren Pokalwettbewerb auszuschließen. Dies berichtet die "Sächsische Zeitung".

"Nicht, weil wir schlechte Verlierer sind, sondern wegen unsportlichen Verhaltens einiger Fans", erklärte der Rechtsanwalt der "SZ".

Weil der Spielverlauf durch die randalierenden Lok-Anhänger nicht direkt beeinflusst wurde, sind die Erfolgschancen aber als gering einzuschätzen. Lok-Trainer Heiko Scholz (51) zeigte kein Verständnis für den Antrag des Bischofswerdaer Präsidenten: "Der Mann hat doch nicht alle Tassen im Spind."

Am Sonntag war es beim Sachsenpokal-Halbfinale zwischen dem Bischofswerdaer FV und Lok Leipzig zu einem Gewaltausbruch im Leipziger Fanblock gekommen (TAG24 berichtete). Einige der rund 1700 Fans randalierten im Stadion und versuchten, aufs Spielfeld zu gelangen. Die Polizei musste Pfefferspray einsetzen, sieben Menschen wurden verletzt, darunter zwei Polizisten und zwei Ordner.

Das Präsidium von Lok Leipzig distanzierte sich am Dienstag in einem Statement von den Fan-Randalen in Bischofswerda und kündigte entsprechende Maßnahmen an. Die Führung des Regionalligisten betonte, dass es sich bei den Randalierern um eine Minderheit handele und 99 Prozent der Lok-Fans friedlich seien.

Für die Randale mit Verletzten gab die Lok-Führung dem Bischofswerdaer FV eine Mitschuld. Man habe im Vorfeld mehrfach darauf hingewiesen, dass das Pokal-Halbfinale aus diversen infrastrukturellen Gründen nicht in Bischofswerda stattfinden könne. Der Oberligist sei mit der Situation absolut überfordert gewesen.


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