Wegen Kontrollen: Großaufgebot der Polizei auf A4

Akribisch überprüften die Beamten Gewicht, Lenkzeiten und Papiere.
Akribisch überprüften die Beamten Gewicht, Lenkzeiten und Papiere.

Von Bernd Rippert

Chemnitz - Lange Nacht für Fernfahrer und die Polizei auf der A4. Noch bis 3 Uhr morgens kontrollieren die Beamten an der Raststätte Auerswalder Blick Brummis.

Seit drei Tagen ist die Raststätte bei Chemnitz das gefährlichste Nadelöhr für alle schweren Transporte. Ladung, Lenk- und Ruhezeiten, Papiere - die Polizei achtet auf alles.

Schon mehr als 100 Laster hat die Polizei unter Führung von Polizeihauptkommissar Andreas Möhring (46) seit Montagabend angeschaut. Ein teurer Spaß für die Fahrer: "Verstöße finden wir fast bei jedem Fahrzeug", so Möhring.

Highlight bei der Kontrolle war ein türkischer Brummi. Er holte in Ostsachsen eine Maschine ab. Ziel: Iran. Eigentlich alles okay. Bis auf den bei diesem Transport vorgeschriebenen Beifahrer mit Deutschkenntnissen.

"Der Dolmetscher fehlte", sagt Andreas Möhring. "Darum untersagten wir am Dienstag die Weiterfahrt." Am Mittwoch telefonierte der türkische Fahrer einen Verwandten aus Berlin nach Chemnitz. Und weiter ging's.

Die Großkontrolle begann am Montagabend und sollte an diesem Donnerstag um 3 Uhr enden.
Die Großkontrolle begann am Montagabend und sollte an diesem Donnerstag um 3 Uhr enden.

Hauptkommissar Möhring ist schon seit 2002 bei der Verkehrskontrolle. Er kennt seine Pappenheimer - und die Veränderungen: "Heute sind viel mehr ausländische Fahrzeuge unterwegs. Das erhöht den Druck auf die heimischen Speditionen."

Rabatt für deutsche Fahrer gibt es trotzdem nicht. Der Fahrer eines Tiefladers aus Pirna hatte ein landwirtschaftliches Gerät geladen. Alles paletti - bis die Beamten auf den Fahrtenschreiber schauten. Seit Tagen überzog der Fahrer die Lenkzeiten, machte zu wenig Pausen.

"Das wird teuer", meint Möhring. "Solche Verstöße können bis zu 3000 Euro kosten" - wobei die Strafen von einer Bußgeldstelle festgelegt werden. Preiswerter sind Übergewicht beim Laster (bis 300 Euro) oder mangelnde Ladungssicherung (bis 60 Euro).

Richtig ins Geld gehen fehlende Papiere. Wer keine Transportbescheinigung dabei hat, muss mit einem Bußgeld von bis zu 2500 Euro rechnen. Die Hauptlast trägt aber der Spediteur.

Die meisten Fahrer nehmen die Kontrollen gelassen. Florian Häckl (33) aus Neuburg meinte in breitestem Bayrisch: "Die Polizei ist in Ordnung - außer, es pressiert."

Ein Laster nach dem anderen rollt am Abend auf die Waage der Polizei. Darunter ein polnischer Kleintransporter mit Aluprofilen auf dem Dach. Ungeschoren kommt auch er nicht davon. 2100 Kilo darf der Wagen wiegen. 2400 bringt er auf die Waage.

"Halb so wild", sagt Polizeiobermeisterin Heidrun Sicheneder (55). "Abzüglich Toleranz vielleicht 30 Euro."

Schon winkt sie den nächsten Brummi auf die Waage...

Fotos: Jan Härtel


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