Wegen Muslimen aus Deutschland? Polens Regierung will Riesen-Festival verhindern

Musikfestival "Haltestelle Woodstock" in der polnischen Stadt Küstrin.
Musikfestival "Haltestelle Woodstock" in der polnischen Stadt Küstrin.  © DPA

Küstrin - Jedes Jahr im August findet das kostenlose Festival Haltestelle Woodstock in der polnischen Kleinstadt Küstrin, direkt an der deutschen Grenze statt. Diese Mega-Party will die polnische Regierung in diesem Jahr nach Möglichkeit verhindern. Die Begründung: Es könnten Muslime aus Deutschland dabei sein, berichtet Bento!

Das Festival, auf dem in diesem Jahr auch Mando Diao und Amon Amarth zum Lineup gehören, zählt zu den größten Gratis-Festivals Europas. Haltestelle Woodstock lockt jährlich bis zu 450.000 Gäste an.

Damit soll jetzt also Schluss sein, wenn es nach Innenminister Mariusz Blaszczak geht. Er sieht eine erhöhte Terrorgefahr in diesem Jahr. Weil das Festival so nahe an der deutschen Grenze stattfinde (Brandenburg), sei es nicht ausgeschlossen, dass Islamisten nach Polen einreisen, so Blaszczaks ungewöhnliche Begründung.

Festivalchef Jerzy Owsiak vermutet ganz andere Gründe, hinter der offiziellen Stellungnahme. Da die rechte Regierungspartei PiS Schritt für Schritt versucht, Polen in ein nationalkonservatives Land zu verwandeln, passt ihr ein solches Festival nicht ins Konzept.

Denn Haltestelle Woodstock steht für jede Menge Sex, Drugs and RocknRoll. Hier fließt literweise Alkohol und es wird sich halbnackt im Schlamm gewälzt.

Außerdem steht der Verdacht im Raum, dass die polnische Regierung Stimmung gegen Muslime machen will. Polen steht schon seit längerer Zeit unter genauerer Beobachtung der Europäischen Union.

Zum ersten Mal in der Geschichte der EU, hat sie gegen Polen bereits ein Verfahren zum Schutz des Rechtstaates eröffnet. Denn es steht zu befürchten, dass in ihrem Mitgliedsstaat Menschenrechte verletzt werden.

Ungefähr 450.000 Menschenrechte auf Party würde die Regierung in jedem Fall verletzen, wenn sie das Festival im letzten Moment cancelt ;-)

Jährlich besuchen bis zu 450.000 Menschen das Festival.
Jährlich besuchen bis zu 450.000 Menschen das Festival.  © DPA
Party on!
Party on!  © DPA

Titelfoto: DPA


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