Polens Justizminister stellt Sexualstraftäter an Online-Pranger

Der polnische Justizminister Zbigniew Ziobro ist für den Online-Pranger verantwortlich.
Der polnische Justizminister Zbigniew Ziobro ist für den Online-Pranger verantwortlich.  © DPA

Warschau - Polens Justizministerium hat einen Online-Pranger für Sexualstraftäter veröffentlicht. Die Datenbank enthält Namen, Fotos und Verbrechen von 768 verurteilten Sexualstraftätern. Vor allem Vergewaltiger und Pädophile sind in der Datenbank gelistet.

"Das Recht auf den Schutz unserer Kinder steht über der Anonymität von Verbrechern", sagte Justizminister und Generalstaatsanwalt Zbigniew Ziobro. Der Pranger ging am 1. Januar 2018 online. Das Justizministerium argumentierte weiter, dass der Staat die Verantwortung habe, Kinder und nicht Pädophile zu schützen. Ein Täter müsse nicht nur mit der Gefängnisstrafe sondern auch dem Verlust der Anonymität rechnen. Auch nach einer Haft müssten Sexualstraftäter unter ständiger Kontrolle und Nachbarn über die Täter informiert sein.

Der Justizminister verwies auf ähnliche öffentliche Register in anderen Ländern. Sie seien eine gute Möglichkeit, das Leid von Opfern zu verhindern, da sie eine wirksame Kontrolle solcher Straftäter ermöglichen.

Das Register besteht aus zwei Teilen: Im öffentlichen ersten Teil befinden sich die Namen und Fotos von 768 verurteilten Sexualstraftätern. Es handelt sich hauptsächlich um Pädophile, die Kinder unter 15 Jahren vergewaltigt oder missbraucht haben. Auch Mehrfachtäter finden sich in dem Pranger wieder. Der zweite Teil des Registers ist beschränkt zugänglich und enthält weitere 2614 Personen die ebenfalls als Sexualstraftäter in Erscheinung getreten sind.

Titelfoto: DPA


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