27 Familien obdachlos! Großbrand vernichtet fast ganzes Dorf

Nowa Biała (Polen) - Bei einem Großbrand am Samstag in der polnischen Ortschaft Nowa Biała (Woiwodschaft Kleinpolen, etwa zehn Kilometer südöstlich von Nowy Targ) verloren auf einen Schlag fast 30 Familien ihr Zuhause. Bei dem Feuer handelte es sich um eines der größten der vergangenen Jahre in Polen.

Das Hab und Gut zahlreicher Bewohner in Nowa Biała wurde bei dem Feuer vernichtet. Etliche Gebäude brannten nieder.
Das Hab und Gut zahlreicher Bewohner in Nowa Biała wurde bei dem Feuer vernichtet. Etliche Gebäude brannten nieder.  © Screenshot Twitter/Kancelaria Premiera @PremierRP - Adam Guz/KPRM

Nach Angaben der Bauaufsichtsbehörde brach das Feuer gegen 18 Uhr aus. 25 Häuser, die von 27 Familien mit mehr als 100 Menschen bewohnt waren, und etwa 50 Wirtschaftsgebäude wurden beschädigt oder brannten nieder.

Wie viele Nutztiere bei dem Feuer ums Leben kamen, sei derzeit noch nicht bekannt. Etliche Kühe hätten noch auf einer nahen Weide gestanden, als die Flammen ausbrachen.

Insgesamt waren 400 Kameraden der Landesfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr aus neun Landkreisen an den Löscharbeiten beteiligt.

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Laut dem polnischen Nachrichtenportal "Onet" wurden neun Menschen verletzt und in Krankenhäuser nach Zakopane und Nowy Targ gebracht. Davon befinde sich eine Person noch immer in ärztlicher Behandlung.

Im Einsatz waren auch rund hundert Polizisten sowie ein Hubschrauber der polnischen medizinischen Luftrettung.

Später stürzte bei den begonnenen Aufräum- und Abrissarbeiten zudem ein Bewohner aus großer Höhe aus einem Gebäude und wurde verletzt. Auch er wurde mit dem Rettungswagen in eine Klinik eingeliefert.

Anwohner berichten, dass das Feuer plötzlich ausgebrochen sei und sich sehr schnell ausgebreitet habe. "Wir waren zu Hause, als alles begann. Es war nicht einmal Zeit, persönliche Gegenstände mitzubringen. Wir sind einfach weggelaufen", sagte eines der Opfer im Gespräch mit "Radio Zachód".

Das Dorf werde immer wieder von Bränden heimgesucht, heißt es in einem weiteren "Onet"-Bericht. Schuld sei vor allem die dichte Bebauung. Zwischen den Reihenhäusern in der ersten, Stallungen in der zweiten sowie Wirtschaftsgebäuden in der dritten Reihe sei oft nicht ausreichend Abstand. Dadurch breiten sich Feuer schnell aus. Die Polizei ermittelt zur Ursache.

Mönche packen bei Aufräumarbeiten mit an

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki (53, l.) sicherte den Betroffenen am Sonntag schnelle Hilfe zu.
Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki (53, l.) sicherte den Betroffenen am Sonntag schnelle Hilfe zu.  © Screenshot Twitter/Kancelaria Premiera @PremierRP - Adam Guz/KPRM

Derweil ist die Hilfsbereitschaft für die Betroffenen des Unglücks groß! In einer Pension wurden für sie vorübergehend Unterkünfte geschaffen. Die meisten kamen jedoch bei Freunden und Verwandten unter.

Viele Bauern kamen mit ihren Traktoren mit Anhängern, um zu helfen. Außerdem ist schweres Gerät im Einsatz, darunter Bagger, um Schutt und verbrannte Dinge wegzuschaffen. Feuerwehrleute aus Kleinpolen, Schlesien und dem Karpatenvorland sind angereist, um die Arbeiten, die zügig vorangehen, zu unterstützen, sagte Piotr Krygowski, Sprecher der Feuerwehr Nowy Targ.

Sogar Pfadfinder und mehrere Mönche eines Franziskanerordens packen mit an.

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"An arbeitenden Händen mangelt es nicht. Jeder will irgendwie helfen", sagte ein Mann namens Franciszek, der aus dem Nachbardorf Trybsz kam, um ebenfalls zu helfen.

Und weiter: "Einige holen Gegenstände aus den zerstörten Häusern, andere sichern das beschädigte Mauerwerk ab. Und unten wird der Müll getrennt und auf einen Platz außerhalb des Dorfes transportiert."

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki (53) versicherte den Bewohnern am Sonntag, dass sie nicht allein gelassen werden und die notwendige Hilfe erhalten.

Titelfoto: Screenshot Twitter/Kancelaria Premiera @PremierRP - Adam Guz/KPRM

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