Drama in Bergwerk: Zweiter Vermisster (†42) tot geborgen

Ruda Śląska – Nach einer Erschütterung in einem südpolnischen Bergwerk am Samstag, haben Rettungsmannschaften einen eingeschlossenen Arbeiter am Sonntag gerettet. Er sei verletzt, aber außer Lebensgefahr, teilte das Krankenhaus mit.

In einer Kohlemine im Industriegebiet der polnischen Stadt Ruda Śląska wurden bei einem Beben mehrere Arbeiter eingeschlossen. Ein Mann wird noch vermisst.
In einer Kohlemine im Industriegebiet der polnischen Stadt Ruda Śląska wurden bei einem Beben mehrere Arbeiter eingeschlossen. Ein Mann wird noch vermisst.  © 123rf.com/masar1920

Die Suche nach einem zweiten wurde am Sonntag unter schwierigen Bedingungen fortgesetzt. Inzwischen konnten die Rettungsmannschaften den Verschütteten nur noch leblos bergen. Ein Arzt habe den Tod des 42-Jährigen festgestellt, teilte der Bergwerksbetreiber PGG am Dienstag mit.

Wie die Nachrichtenagentur PAP und lokale TV-Sender berichteten, ereignete sich das Beben am Samstagvormittag kurz vor neun Uhr in dem zur Stadt Ruda Śląska gehörenden Stollen Bielszowice.

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich nach Angaben der Bergwerksleitung sieben Arbeiter in der Gefahrenzone in rund 780 Metern Tiefe.

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Zunächst wurden fünf von ihnen unverletzt gerettet. Zu zwei 31 und 42 Jahre alten Bergleuten brach jedoch der Kontakt zunächst völlig ab. Daher startete noch am Morgen eine große Suchaktion.

In der Nacht auf Sonntag gelang es den Rettern, Sprech- und Sichtkontakt zu einem Vermissten aufzunehmen und ihn schließlich herauszuholen.

Er habe sich in halb liegender und halb sitzender Position eingesperrt in einem engen Zwischenraum befunden, berichtete ein Bergwerkssprecher.

Retter gruben sich "Zentimeter für Zentimeter" voran

Zum zweiten Vermissten gab es bis Sonntagnachmittag noch keinen Kontakt. Schon zuvor hieß es, die Rettungskräfte würden Rettungsstollen bohren, um von verschiedenen Seiten zu den Eingeschlossenen vorzudringen.

Die Rettungskräfte orteten ihn zwar bereits am Montag anhand von Signalen seiner Bergmannslampe. Den Angaben zufolge gab er zu diesem Zeitpunkt aber schon keine Lebenszeichen mehr von sich. Es dauerte viele Stunden, bis sich die Retter durch den eingestürzten Stollen vorarbeiten konnten, um die Leiche zu bergen.

Auch die Retter hätten nur wenig Bewegungsraum in dem teilweise verschütteten Areal gehabt. Sie konnten nur "Zentimeter für Zentimeter" vorankommen, erklärte der Firmensprecher. Ihre Sicherheit sei während des gesamten Einsatzes gewährleistet gewesen.

Text aktualisiert am 7. Dezember um 16.34 Uhr.

Titelfoto: 123rf.com/masar1920

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