Immer mehr Flüchtlinge über Belarus: Lässt die EU betroffene Staaten im Stich?

Warschau - Polen will eine dauerhafte Befestigung an der Grenze zu Belarus auch ohne EU-Mittel bauen.

Anfang September begannen polnische Soldaten mit der Errichtung eines Stacheldrahtzauns entlang der polnisch-belarussischen Grenze. Polen hat in der Grenzregion zu Belarus den Ausnahmezustand verhängt.
Anfang September begannen polnische Soldaten mit der Errichtung eines Stacheldrahtzauns entlang der polnisch-belarussischen Grenze. Polen hat in der Grenzregion zu Belarus den Ausnahmezustand verhängt.  © Attila Husejnow/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Wenn es eine finanzielle Unterstützung aus Brüssel geben sollte, dann werde sein Land diese Mittel annehmen, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki (53) am Donnerstag in Warschau der Nachrichtenagentur PAP zufolge. "Wir sind jedoch nicht abhängig von der EU."

Gleichwohl schütze die Grenze nicht nur Polen vor illegaler Migration, sondern die gesamte EU.

Die Regierungen Deutschlands und Polens beschuldigen den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko (67), in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen.

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Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU zu hindern - als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen gegen die ehemalige Sowjetrepublik.

Polens Grenzschutz registrierte seit Jahresbeginn 26.000 Versuche eines illegalen Grenzübertritts, davon allein 14.200 im Oktober.

Das Parlament in Warschau hatte deshalb vor zwei Wochen den Bau einer "soliden, hohen Barriere" beschlossen, die mit einem Überwachungssystem und Bewegungsmeldern ausgestattet ist.

Von der Leyen lehnt Unterstützung für Zaunbau ab

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber (49) rief in der "Bild" die EU auf, die betroffenen EU-Staaten "mit Personal und Geld für ihre Grenzkontrolle zu unterstützen". (...). "Dazu gehört natürlich auch die Unterstützung für einen Zaunbau, wenn notwendig", sagte er.

Die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (63) hatte das abgelehnt. Einen Gegenvorschlag machte sie bislang nicht.

Titelfoto: Attila Husejnow/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

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