Polen erwartet Flüchtlingswelle aus Belarus

Warschau - Polen muss sich nach Ansicht von Präsident Andrzej Duda (48) auf die Aufnahme vieler Flüchtlinge aus Belarus vorbereiten, sollte sich die politische Situation dort verschärfen. 

Zum Start in das neue Studienjahr sind die Sicherheitskräfte in Belarus gegen Studenten in Minsk vorgegangen, die gegen den umstrittenen Präsidenten Lukaschenko demonstrierten.
Zum Start in das neue Studienjahr sind die Sicherheitskräfte in Belarus gegen Studenten in Minsk vorgegangen, die gegen den umstrittenen Präsidenten Lukaschenko demonstrierten.  © Uncredited/Tut.by/AP/dpa

"Kurz gesagt: Es geht um eine Migrationswelle", sagte Duda am Freitag in Warschau zu Beginn gemeinsamen Sitzung mit der Regierung. 

Das Kabinett werde sich mit der Frage befassen, wieweit die einzelnen Sicherheitsdienste und Behörden, besonders aber der Grenzschutz, auf diese Situation vorbereitet seien. 

Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki (52) hatte schon vor einigen Tagen betont, dass Polen bereit sei, von der Polizei in Belarus misshandelte Demonstranten zur medizinischen Behandlung aufzunehmen.

Seit der Präsidentenwahl in Belarus am 9. August kommt es jeden Tag zu Protesten gegen Präsident Alexander Lukaschenko (66, TAG24 berichtete). 

Der 66-Jährige hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären lassen. 

Die Opposition hält dagegen Swetlana Tichanowskaja (37) für die wahre Siegerin. 

Alexander Lukaschenko (66), Präsident von Belarus.
Alexander Lukaschenko (66), Präsident von Belarus.  © Nikolai Petrov/BelTA/dpa
Polens Präsident Andrzej Duda (48) erwartet in Polen eine Migrationswelle aus Belarus.
Polens Präsident Andrzej Duda (48) erwartet in Polen eine Migrationswelle aus Belarus.  © Pawel Supernak/PAP/dpa
Die ehemalige Englischlehrerin Swetlana Tichanowskaja (37), die bei den Präsidentschaftswahlen in Belarus kandidierte und ins benachbarte Litauen fliehen musste, glaubt, dass das Regime gezwungen sein wird, den Forderungen der Demonstranten nachzugeben.
Die ehemalige Englischlehrerin Swetlana Tichanowskaja (37), die bei den Präsidentschaftswahlen in Belarus kandidierte und ins benachbarte Litauen fliehen musste, glaubt, dass das Regime gezwungen sein wird, den Forderungen der Demonstranten nachzugeben.  © Mindaugas Kulbis/AP/dpa

Die Abstimmung steht international als grob gefälscht in der Kritik.

Titelfoto: Uncredited/Tut.by/AP/dpa

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