Unterkühlt und erschöpft: Tote Migranten gefunden

Warschau - Nach dem Fund von vier toten Migranten im polnisch-belarussischen Grenzgebiet hat die Regierung in Warschau Minsk für den Flüchtlingszustrom verantwortlich gemacht.

Seit Wochen sitzen Migranten an der Grenze zwischen Polen und Belarus fest.
Seit Wochen sitzen Migranten an der Grenze zwischen Polen und Belarus fest.  © Czarek Sokolowski/AP/dpa

Man habe es mit einem "organisierten Sturmangriff" auf die polnische Grenze zu tun, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki (53) der Agentur PAP zufolge am Montag. Man werde sich nicht beugen und sich nicht erpressen lassen.

Der Politiker der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) ordnete die Entsendung von 500 Soldaten und zusätzlicher Ausrüstung an die Ostgrenze seines Landes an, die zugleich EU-Außengrenze ist.

Die drei Menschen, die am Sonntag tot auf polnischem Territorium gefunden wurden, starben demnach an Unterkühlung und Erschöpfung. Ihre Identität sei nicht geklärt, man werde aber alles dafür tun, dass sie nicht anonym bleiben müssten, versprach Morawiecki.

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Acht Flüchtlinge, die sich in einem Sumpfgebiet verirrt hatten, hätten indes lebend gerettet werden können. Eine tote Frau sei auf belarussischer Seite der Grenze entdeckt worden.

Kein Zutritt für Journalisten und Hilfsorganisationen

Der Oppositionsabgeordnete Franciszek Sterczewski (33) übte scharfe Kritik am Vorgehen der nationalkonservativen Regierung. "Es ist der polnische Grenzschutz, der diese Leute zurück an die Grenze und in den Wald schickt, damit sie so enden", schrieb der 33-Jährige bei Twitter.

Polen hatte in der Grenzregion zu Belarus (Weißrussland) vor Kurzem den Ausnahmezustand verhängt. Journalisten und Hilfsorganisationen erhalten keinen Zutritt.

Titelfoto: Czarek Sokolowski/AP/dpa

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