47 Hinrichtungen! Saudi-Arabien tötet wegen Terrorismus Verurteilte

Blick auf den Hinrichtungsplatz und das Gebäude der Religionspolizeibehörde in Riad.
Blick auf den Hinrichtungsplatz und das Gebäude der Religionspolizeibehörde in Riad.

Riad Saudi-Arabien hat 47 Menschen hingerichtet. Wie die offizielle saudische Nachrichtenagentur SPA meldete, wurden die Todesstrafen am Sonnabend wegen Terrorismus und Anstiftung zur Gewalt vollstreckt.

Nach einem Bericht des Nachrichtensenders Al-Arabija wurde auch der inhaftierte schiitischen Geistliche Scheich Nimr al-Nimr hingerichtet. Ihm war Ungehorsam gegenüber dem Herrscherhaus vorgeworfen worden. Inspiriert von den arabischen Aufständen hatten Angehörige der schiitischen Minderheit in der saudischen Ost-Provinz ab 2011 Demonstrationen gegen Diskriminierung organisiert.

Auch mehrere Sunniten wurden hingerichtet, die 2003 und 2004 als Mitglieder des Terrornetzwerkes Al-Kaida Anschläge in dem Königreich verübt hatten. Unter den 47 Hingerichteten befinden sich ein Ägypter und ein Tschader, alle anderen sind Saudi-Araber.

Sie alle wurden wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation und der Ausführung krimineller Verschwörungen verurteilt und gehörten laut Angaben des Innenministeriums einer radikalen Strömung des Islam an.

Saudi-Arabien hatte 2015 laut Menschenrechtlern so viel Todesurteile vollstreckt wie seit 20 Jahren nicht mehr. Von Januar bis November waren demnach mindestens 151 Menschen hingerichtet worden, wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International mitteilte. Im gesamten Jahr 2014 waren laut Amnesty 90 Menschen hingerichtet worden.

Der Anstieg der Zahl von Hinrichtungen geht einher mit der Machtübernahme von König Salman. Er war Ende Januar nach dem Tod seines Vorgängers Abdullah auf den Thron gestiegen.

Amnesty kritisierte, Saudi-Arabien setze das Todesurteil auch als politisches Instrument gegen die schiitische Minderheit ein.

Foto: dpa/Peer Grimm


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