Maas will nicht persönlich mit den Taliban sprechen: Wer verhandelt mit den Steinzeit-Islamisten?

Taschkent - Bundesaußenminister Heiko Maas (54) will nicht selbst mit den militant-islamistischen Taliban über die Ausreise schutzsuchender Afghanen reden.

Bundesaußenminister Heiko Maas (54, SPD) setzt einen Diplomaten für das Gespräch mit den Taliban ein.
Bundesaußenminister Heiko Maas (54, SPD) setzt einen Diplomaten für das Gespräch mit den Taliban ein.  © Annegret Hilse/Reuters-Pool/dpa

Der Gesprächspartner der Bundesregierung für die Taliban sei der Diplomat Markus Potzel (56), der derzeit mit Vertretern der neuen afghanischen Machthaber im Golfemirat Katar verhandelt.

"Das ist der Kanal, den wir nutzen." Das werde man auch weiter tun.

Maas befindet sich gerade auf einer viertägigen Reise durch fünf Länder, die eine Rolle für die Ausreise schutzbedürftiger Menschen spielen.

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Darunter ist auch das arabische Golfemirat Katar, das einen besonders guten Draht zu den Taliban hat. Dort haben die Islamisten auch ihr politisches Büro, eine Art Außenministerium.

Heiko Maas spricht Mitte der Woche mit Markus Potzel

Diplomat Markus Potzel (56) soll sich mit den Taliban in Verbindung setzen.
Diplomat Markus Potzel (56) soll sich mit den Taliban in Verbindung setzen.  © Kay Nietfeld/dpa

Maas wird am Dienstag und Mittwoch in Katar sein und dort auch Potzel treffen, der eigentlich im August als Botschafter nach Kabul entsandt werden sollte.

Nach der Machtübernahme der Taliban ist die deutsche Botschaft dort geschlossen worden, alle deutschen Diplomaten haben das Land verlassen.

Titelfoto: Annegret Hilse/Reuters-Pool/dpa, Kay Nietfeld/dpa

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