Koloniales Raubgut: Nigeria soll über Benin-Bronzen in Deutschland bestimmen

Berlin - Deutschland und Nigeria wollen am Freitag (16.30 Uhr) den künftigen Umgang mit den als koloniales Raubgut geltenden Benin-Bronzen in deutschen Museen regeln.

Außenministerin Annalena Baerbock (41, Grüne) soll die Rückgabe der Benin-Bronzen mit vereinbaren.
Außenministerin Annalena Baerbock (41, Grüne) soll die Rückgabe der Benin-Bronzen mit vereinbaren.  © Bernd von Jutrczenka/dpa Pool/dpa

Außenministerin Annalena Baerbock (41) und Kulturstaatsministerin Claudia Roth (67, beide Grüne) werden mit ihren nigerianischen Amtskollegen eine Absichtserklärung unterzeichnen, die den Weg für die Übertragung des Eigentums an den wertvollen Kunstobjekten freimacht.

Künftig soll dann von nigerianischer Seite bestimmt werden, welche Objekte nach Nigeria zurückkehren sollen und was - dann als Leihgabe - in Museen in Deutschland bleiben und weiter gezeigt werden kann.

Bei der Unterzeichnung im Auswärtigen Amt sind für Nigeria Kulturminister Lai Mohammed (70) und der Staatsminister für Auswärtige Angelegenheiten, Zubairo Dada (70), dabei.

Regenwald-Allianz: Deutschland und Brasilien wollen künftig eng zusammenarbeiten
Außenpolitik Regenwald-Allianz: Deutschland und Brasilien wollen künftig eng zusammenarbeiten

Zwei Bronzen aus Berliner Beständen sollen direkt im Anschluss übergeben werden. Etwa 1100 der kunstvollen Stücke aus dem Palast des damaligen Königreichs Benin, das als Edo State heute zu Nigeria gehört, sind in rund 20 deutschen Museen zu finden. Die Objekte stammen größtenteils aus den britischen Plünderungen des Jahres 1897.

Zu den geraubten Benin-Bronzen aus Nigeria gehören unter anderem Objekte aus dem Linden-Museum in Stuttgart.
Zu den geraubten Benin-Bronzen aus Nigeria gehören unter anderem Objekte aus dem Linden-Museum in Stuttgart.  © Bernd Weissbrod/dpa

Über die umfangreichsten Sammlungen verfügen nach dem Ethnologischen Museum in Berlin das Linden-Museum in Stuttgart, das Museum am Rothenbaum (Hamburg), das Rautenstrauch-Joest-Museum (Köln) sowie das Völkerkundemuseum Dresden/Leipzig. Diese fünf Häuser sind bisher an der geplanten Eigentumsübertragung beteiligt.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa Pool/dpa, Bernd Weißbrod/dpa (Bildmontage)

Mehr zum Thema Außenpolitik: