Einkommensplus, Pflegezulage, Corona-Prämie: Mehr Geld für den öffentlichen Dienst

Leipzig/Potsdam - Tagelang brüteten Arbeitgeber und Gewerkschaften über die Einkommen von Pflegern, Busfahrern, Erzieherinnen und Behördenmitarbeitern. Sonntag dann der Durchbruch - aber nicht alle dürften damit zufrieden sein.

Die Verhandlungsführer im öffentlichen Dienst, Innenminister Horst Seehofer (71, CSU) für die Arbeitgeber, und ver.di Chef Frank Werneke (53) sind mit dem Ergebnis zufrieden.
Die Verhandlungsführer im öffentlichen Dienst, Innenminister Horst Seehofer (71, CSU) für die Arbeitgeber, und ver.di Chef Frank Werneke (53) sind mit dem Ergebnis zufrieden.  © dpa/Christoph Soeder

Die rund 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen erhalten höhere Einkommen. Die Löhne und Gehälter steigen zum 1. April 2021 um 1,4 Prozent. Zum 1. April 2022 ist eine weitere Steigerung um 1,8 Prozent vorgesehen, wie die Gewerkschaften mitteilten. 

Nach tagelangem Ringen einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auch auf eine Pflegezulage von insgesamt 120 Euro pro Monat ab 2022.

Für alle Beschäftigten gibt es im ersten Schritt mindestens 50 Euro mehr, für Auszubildende 25 Euro. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll 28 Monate betragen. Die Gewerkschaften hatten ein Jahr gefordert. Die Arbeitgeber hatten drei Jahre angeboten.

Die Gewerkschaften waren mit der Forderung eines Lohn- und Gehaltsplus von 4,8 Prozent in die Verhandlungen gegangen. Aufsummiert beträgt das Plus nun 3,2 Prozent bei mehr als zwei Jahren Laufzeit.

Noch in diesem Jahr erhalten alle Beschäftigten eine Corona-Prämie. Diese soll für die unteren Entgeltgruppen 600 Euro betragen, für die mittleren 400 Euro und für die oberen Lohngruppen 300 Euro. Die Auszubildenden erhalten 225 Euro bei den Kommunen und 200 Euro beim Bund.

Die Tarifverhandlungen in Potsdam wurden von Demonstrationen von Gewerkschaftsmitgliedern begleitet.
Die Tarifverhandlungen in Potsdam wurden von Demonstrationen von Gewerkschaftsmitgliedern begleitet.  © dpa/Christoph Soeder

Ver.di-Chef Frank Werneke (53) sprach von einem "respektablen Abschluss". Er sei maßgeschneidert für unterschiedliche Berufsgruppen, die im Fokus der Tarifrunde gestanden hätten. "Besonders erfreulich ist, dass es uns gelungen ist, deutliche Verbesserungen für untere und mittlere Einkommensgruppen sowie für den Bereich Pflege und Gesundheit durchzusetzen", betonte Werneke.

Titelfoto: dpa/Christoph Soeder

Mehr zum Thema Deutschland:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0