Friedensnobelpreis-Trägerin Nadia Murad: Sklaverei und Menschenhandel noch lange nicht gänzlich gebannt

Mannheim - Menschenhandel und Sklaverei sind nach Ansicht der UN-Sonderbotschafterin gegen diese Delikte, Nadia Murad (27), nicht gebannt.

Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad (27).
Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad (27).  © Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

"Diese Verbrechen sind noch überall auf der Welt verbreitet", sagte die 27-Jährige der Deutschen Presse-Agentur vor dem anstehenden Welttag gegen Menschenhandel und Sklaverei (30. Juli). 

In rund 70 Prozent der Fälle seien Frauen und Mädchen die Opfer. Diese entsprechende Gewalt komme nicht nur in Krisenherden vor. 

Ob Täter des sogenannten Islamischen Staates Gewalt gegen Frauen als Kriegswaffe einsetzten oder Männer in Europa sich an ihnen vergingen - Frauen würden noch immer als Objekte betrachtet.

Die junge Irakerin war eine von über 1000 Frauen vornehmlich jesidischen Glaubens, die Baden-Württemberg 2015/16 aufgenommen hatte. 

Sie ist durch ihren offenen Umgang mit ihrer Leidensgeschichte als Sklavin des sogenannten Islamischen Staates zur Stimme dieser Frauen geworden. 

Sie wurde 2016 als erste "Sonderbotschafterin für die Würde der Überlebenden von Menschenhandel" der Vereinten Nationen ernannt. Für ihr mutiges Engagement gegen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe erhielt sie 2018 den Friedensnobelpreis mit dem kongolesischen Arzt Denis Mukwege.

In Deutschland fühle sie sich zuhause, betonte Murad. "Und Baden-Württemberg wird immer meine Heimat sein." 

Sie fügte hinzu: "Ich werde Baden-Württembergs Regierung für Aufnahme, Schutz und Unterstützung dieser Frauen und Kinder für immer dankbar sein."

Titelfoto: Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

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