Mehr Infos zu Abtreibungen: Bischöfe "in Sorge" über Abschaffung von Paragraf 219a

Bad Staffelstein - Die katholischen Bischöfe sehen es nach wie vor sehr kritisch, dass die Bundesregierung den umstrittenen Paragrafen 219a abschaffen und mehr medizinische Informationen über Schwangerschaftsabbrüche erlauben will.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing (60), steht dem Beschluss des Bundeskabinetts kritisch gegenüber.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing (60), steht dem Beschluss des Bundeskabinetts kritisch gegenüber.  © Bildmontage: Nicolas Armer/dpa, Ralf Hirschberger/dpa

"Wir haben weiterhin die Sorge, dass das Schutzniveau zulasten des grundgesetzlich gebotenen Lebensschutzes zu sehr abgesenkt wird", teilte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing (60), mit.

Am Donnerstag endete im fränkischen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein die Frühjahrsvollversammlung.

Am Vortag hatte das Bundeskabinett beschlossen, das sogenannte Werbeverbot abzuschaffen, zugleich aber gesetzliche Regelungen zur Regulierung angekündigt.

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Der entsprechende Paragraf im Strafgesetzbuch führt bislang unter anderem dazu, dass Ärztinnen und Ärzte keine ausführlichen Informationen über Schwangerschaftsabbrüche öffentlich anbieten können, ohne Strafverfolgung befürchten zu müssen.

Bätzing sagte, man halte weiterhin, "sofern Reformbedarf besteht", eine Überarbeitung des Paragrafen für besser als eine komplette Streichung.

"Eine schwangere Frau in einer Konfliktsituation ist auf seriöse, verlässliche und neutrale Informationen angewiesen", sagte der Limburger Bischof weiter.

Ein Schwangerschaftsabbruch dürfe im Hinblick auf den Lebensschutz nicht als ein alltäglicher Vorgang erscheinen, das Bundesverfassungsgericht habe dies deutlich gemacht. "Der nun vorgelegte Gesetzentwurf muss sich auch daran messen lassen."

Titelfoto: Bildmontage: Nicolas Armer/dpa, Ralf Hirschberger/dpa

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