Untersuchung zeigt: Ukraine-Krieg bereitet Bürgern extreme Ohnmachts-Gefühle

Köln - Der Krieg in der Ukraine bereitet vielen Deutschen einer Untersuchung zufolge extreme Ohnmachtsgefühle - und verstärkt damit die Zermürbung nach zwei Jahren Corona-Pandemie.

Während in der gesamten Ukraine erbitterte Kämpfe mit der einmarschierenden russischen Armee toben, flüchten Hunderttausende Ukrainer aus ihrem Land.
Während in der gesamten Ukraine erbitterte Kämpfe mit der einmarschierenden russischen Armee toben, flüchten Hunderttausende Ukrainer aus ihrem Land.  © Bryan Smith/ZUMA Press Wire/dpa

Das erklärte das Kölner Rheingold-Institut am Donnerstag auf Basis tiefenpsychologischer und repräsentativer Befragungen in den vergangenen Tagen und Wochen.

Die Bürger erlebten den russischen Angriff als plötzlichen Einbruch einer Kriegswirklichkeit mit großem Eskalationspotenzial.

Die erlebte "Krisenpermanenz", die vor allem junge Menschen als eine nicht enden wollende Dauerkrise erlebten, habe dadurch eine neue Dimension bekommen.

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All das treffe zugleich auf eine Gesellschaft, in der viele Bürger jenseits der Kriegsangst nach zwei Jahren Pandemie schon zuvor zunehmend resigniert, antriebslos und entnervt reagierten hätten.

Trotz absehbarer Lockerungen hätten viele den Wunsch verloren, zu ihrem früheren Leben zurückzukehren.

Viele Menschen schraubten ihre Sehnsüchte zurück und verharrten in einer Abwarte-Haltung.

Befragte befanden sich in melancholieähnlichem Zustand

"Mitunter klingen die Beschreibungen der Befragten so, als befänden sie sich in einem Zustand der Melancholie", erklärte das Institut.

Für die Untersuchung waren im Februar - vor dem Krieg - 40 Menschen tiefenpsychologisch zu ihren Corona-Befindlichkeiten befragt worden. Hinzu kam eine bevölkerungsrepräsentative Befragung mit 1000 Menschen.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wurden zusätzlich 12 Menschen tiefenpsychologisch befragt.

Titelfoto: Bryan Smith/ZUMA Press Wire/dpa

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