Was passiert mit kaputtem Spielzeug?

Neustadt bei Coburg - Ein Pilotprojekt in Oberfranken soll aufzeigen, welche Recycling-Möglichkeiten es für kaputtes oder ausgemustertes Spielzeug gibt.

Puppen liegen in einer Gitterbox auf dem Wertstoffhof in Neustadt bei Coburg. Dort werden Spielzeuge gesammelt und von einem Mitarbeiter nach bestimmten Kriterien sortiert.
Puppen liegen in einer Gitterbox auf dem Wertstoffhof in Neustadt bei Coburg. Dort werden Spielzeuge gesammelt und von einem Mitarbeiter nach bestimmten Kriterien sortiert.  © Pia Bayer/dpa

Denn bislang würden Spielwaren über den Restmüll entsorgt, und es böten lediglich einzelne Firmen die Rücknahme ihrer Produkte an, um sie zu recyceln, sagt Cornelia Becker, Nachhaltigkeits-Expertin des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie. "Eine branchenweite Lösung gibt es noch nicht."

In Neustadt bei Coburg können die Menschen derzeit das unbrauchbare Spielzeug, das normalerweise in der Mülltonne landen würde, im Wertstoffhof der Kommune abgeben. Die Resonanz bisher sei sehr gut, sagt Becker.

Vor allem die Kunststoffe in Spielwaren könnten oft weiterverwertet werden, anstatt im Müll zu landen. "Gerade in der aktuellen Situation wäre das reine Verschwendung", betont Becker.

Hotel Mama lässt grüßen! So viele 25-Jährige wohnen noch bei Mama und Papa
Gesellschaft Hotel Mama lässt grüßen! So viele 25-Jährige wohnen noch bei Mama und Papa

Aus dem Material werde zwar meist kein neues Spielzeug hergestellt, weil die Vorgaben streng seien - wohl aber Alltagsgegenstände. "Man kann eine Vielzahl von Produkten daraus herstellen."

Pilotprojekt in Oberfranken: Spielzeug auf den Wertstoffhof

Ein Mitarbeiter sortiert ausrangiertes Spielzeug. Ziel der Aktion in Oberfranken ist es, Verbesserungen für den Materialkreislauf von Spielwaren zu finden.
Ein Mitarbeiter sortiert ausrangiertes Spielzeug. Ziel der Aktion in Oberfranken ist es, Verbesserungen für den Materialkreislauf von Spielwaren zu finden.  © Pia Bayer/dpa

Mit im Boot bei dem Projekt, das vorerst bis mindestens Ende März laufen soll, sind auch das in Neustadt ansässige Spielwaren-Unternehmen Heunec und der Entsorgungsdienstleister Zentek.

Mit den Erfahrungswerten aus dem Pilotprojekt will der Verband nach Beckers Worten prüfen, wie eine branchenweite Lösung für Spielwaren-Recycling aussehen kann. Wie viel Spielzeug momentan im Restmüll landet, lässt sich laut Becker nicht beziffern, da Restmüll meist verbrannt wird.

Das Thema Nachhaltigkeit spielt auch bei der Spielwarenmesse in Nürnberg, die am Mittwoch beginnt, eine wichtige Rolle. Unter dem Motto "toys go green" gibt es eine Sonderausstellungsfläche für nachhaltige Produkte und Ideen.

Titelfoto: Pia Bayer/dpa

Mehr zum Thema Gesellschaft: