Grünen-Politikerin Roth erstmals als Kulturstaatsministerin auf Reise

Stuttgart - Mit ihrer Stippvisite in Stuttgart beginnt die neue Kulturstaatsministerin Claudia Roth (66) am Freitag ihre Reihe von Antrittsbesuchen in den Bundesländern.

Die neue Kulturstaatsministerin Claudia Roth (66, Grüne) wird am Freitag in Stuttgart sein.
Die neue Kulturstaatsministerin Claudia Roth (66, Grüne) wird am Freitag in Stuttgart sein.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Mit der baden-württembergischen Kunstministerin Theresia Bauer (56) und Staatssekretärin Petra Olschowski (56), beides Parteifreundinnen, wird die Grünen-Politikerin Roth gemeinsame kulturpolitische Positionen abstecken.

Zudem wird sie das ethnologische Linden-Museum Stuttgart besuchen (16.45 Uhr) und sich dort sicher auch zur Aufarbeitung der Kolonialgeschichte der staatlichen Museen und zum Umgang mit der Provenienz äußern.

Baden-Württemberg und auch das Linden-Museum gelten als Vorreiter in der Debatte um den Umgang mit Kolonialobjekten. Der Südwesten will, wie andere Bundesländer und Museen auch, mehrere aus dem ehemaligen Königreich Benin geraubte Bronzen an Nigeria zurückgeben.

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Vor der geplanten Übertragung des Eigentums will Roth alle deutschen Museen mit solchen Objekten an einen Tisch bringen. Etwa 1100 der kunstvollen Bronzen aus dem Palast des damaligen Königreichs Benin, das heute zu Nigeria gehört, sind in rund 20 deutschen Museen zu finden. Die Objekte stammen größtenteils aus den britischen Plünderungen des Jahres 1897.

Die in Ulm geborene frühere langjährige Parteivorsitzende Roth war seit 2013 auch Vizepräsidentin des Bundestages. In der neuen Bundesregierung ist sie auch für Medienpolitik zuständig. Kultur- und Medienpolitik liegen in Deutschland eigentlich in der Kompetenz der Länder.

Die unter dem damaligen SPD-Kanzler Gerhard Schröder (77) beim Bund eingerichtete Institution existiert seit 1999.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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