Habeck über gestiegene Energiepreise: "Bittere und harte Wahrheit"

Berlin - Die Verbraucher in Deutschland müssen sich auf dauerhaft hohe Energiepreise einstellen. Nicht alle Kosten könne der Staat übernehmen, machte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (52, Grüne) jetzt deutlich.

Der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (52, Grüne) schwört Wirtschaft und Verbraucher auf höhere Energiepreise ein.
Der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (52, Grüne) schwört Wirtschaft und Verbraucher auf höhere Energiepreise ein.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

"Wir werden weiter mit höheren Preisen rechnen müssen", sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Montag in Berlin nach einem Treffen mit Verbänden der mittelständischen Wirtschaft.

Der Staat könne nicht alle Energiepreissteigerungen auffangen, weder für Firmen noch für Verbraucher. "Das ist die bittere und die harte Wahrheit."

Die Bundesregierung habe verschiedene Hilfsprogramme aufgelegt, die Liquidität sichern und Unternehmen im Markt halten sollen. "Sie können aber, und diese harte Botschaft kann ich niemandem ersparen, sie können nicht verhindern, dass die Preise weitergegeben werden."

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Dies müsse die Volkswirtschaft tragen. "Anders kommen wir durch diese Zeit nicht durch", sagte Habeck.

Die meisten Unternehmen hätten langfristige Verträge. Eine Reihe von Unternehmen spüre die hohen Preise in einer großen Wucht erst ab 2023, die Preise für Produkte würden dann erst nach oben gehen.

Man müsse damit rechnen, dass die Phase von günstigen fossilen Energien vorbei sei. Habeck machte zugleich deutlich, dass Preissignale auch dabei helfen, die Energieeffizienz zu erhöhen.

Ein Hilfspaket der Bundesregierung sieht unter anderem ein Kreditprogramm über die staatliche Förderbank KfW vor sowie Energiekosten-Zuschüsse für Firmen. Habeck sagte, direkte Zuschüsse seien an sehr strenge Auflagen gebunden. Das Ministerium rechne damit, dass ungefähr 4000 Unternehmen diese Zuschüsse beantragen könnten - es gebe aber weitaus mehr Firmen in Deutschland.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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