800.000 Euro in den Sand gesetzt! Probelauf für digitales Zeugnis gescheitert

Magdeburg - Der Testbetrieb der von Sachsen-Anhalt in Auftrag gegebenen Technologie für bundesweit digitale Schulzeugnisse ist beendet worden. Der Probelauf sei nicht erfolgreich gewesen, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales am Montag.

Zeugnisse sollten bald online zur Verfügung stehen, doch die Tests sind gescheitert.
Zeugnisse sollten bald online zur Verfügung stehen, doch die Tests sind gescheitert.  © Ben Immel/dpa

Mittels Blockchain-Technologie sollten Zeugnisse digital und fälschungssicher gemacht werden. Schon Anfang April wurde bekannt, dass das von der Bundesdruckerei entwickelte System offenbar Schwachstellen im Sicherheitssystem aufwies.

Bei einer Blockchain werden die Daten nicht auf einem zentralen Computer gespeichert, sondern liegen verteilt auf den Rechnern der beteiligten Akteure. Das soll dafür sogen, dass Daten nicht manipuliert werden können.

An einer Lösung wird den Angaben zufolge intensiv gearbeitet. Wie lange der Prozess noch dauert und wann Schülerinnen und Schüler ihre Zeugnisse dann digital erhalten, ist unklar.

Junge Leute häufiger vom Geld der Eltern abhängig als früher
Wirtschaftspolitik Junge Leute häufiger vom Geld der Eltern abhängig als früher

Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium ging im April von einer Verzögerung von einem Jahr aus. Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Berlin waren in den Testbetrieb involviert.

Die Entwicklung in den vergangenen Jahren kostete nach Angaben des Ministeriums in Magdeburg 800.000 Euro.

Die Vergabe von Zeugnissen in digitaler Form ist ein Projekt für die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes - es verpflichtet Bund, Länder und Gemeinden dazu, rund 600 Verwaltungsleistungen über das Internet bereitzustellen. In der Bildung hat Sachsen-Anhalt die Federführung übernommen.

Titelfoto: Ben Immel/dpa

Mehr zum Thema Bildungspolitik: