Offene Lehrerstellen verschleiert? Mail aus Ministerium sorgt für Wirbel

Schwerin - Eine E-Mail aus dem Bildungsministerium an die Schulämter, die Zahl ausgeschriebener Lehrerstellen nach unten zu korrigieren, sorgt für politischen Wirbel.

Auch zum neuen Schuljahr fehlt es vielen Schulen an Lehrkräften. (Symbolbild)
Auch zum neuen Schuljahr fehlt es vielen Schulen an Lehrkräften. (Symbolbild)  © Philipp von Ditfurth/dpa

Unmittelbar nach dem Schulstart sei es "etwas ungünstig, nun direkt mit den Ausschreibungen so hochzugehen", hatte eine Ministeriumsmitarbeiterin laut einem Bericht der Ostsee-Zeitung geschrieben.

Weitere Ausschreibungen sollten lieber etwas später veröffentlicht werden. Das Bildungsministerium bestätigte die Existenz der E-Mail, sprach aber von einem Fehler auf Arbeitsebene, der noch am selben Tag korrigiert worden sei.

Möglicher Hintergrund: Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) hatte einen Tag nach dem Schulstart, am 3. August, in einer Pressekonferenz gesagt, dass so viele Lehrer wie noch nie zum Schuljahresbeginn eingestellt worden seien und damit der Unterricht abgesichert werden könne. In der E-Mail heißt es aber laut Ostsee-Zeitung, dass die Schulämter dem Ministerium am selben Tag mehr als 100 nicht besetzte Stellen gemeldet hätten.

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Die Opposition reagierte mit Entsetzen auf den Vorgang. Die AfD fragt sich, ob die Unterrichtsversorgung angesichts so vieler offener Stellen tatsächlich gesichert ist. Die Linke spricht von versuchter Manipulation und einem skandalösen Vorgehen des Bildungsministeriums.

Die Spitzenkandidatin der Grünen für die Landtagswahl, Anne Shepley, meinte: "Dass Lehrkräfte in den Schulen fehlen, ist hinlänglich bekannt."

Dass das Ministerium nun aber Pressemitteilungen anpasse und möglicherweise Stellen nicht ausgeschrieben werden könnten, sei nicht hinnehmbar.

Ministerium bedauert Fehler

Das Ministerium bestätigte die Existenz der E-Mail. (Symbolbild)
Das Ministerium bestätigte die Existenz der E-Mail. (Symbolbild)  © Christin Klose/dpa-tmn

Christian Moeller von der Pressestelle des Bildungsministeriums beteuerte: "Den Schulämtern wurde ausdrücklich mitgeteilt, dass Ausschreibungen selbstverständlich weiterhin erfolgen können." Bereits am Freitag der ersten Schulwoche seien insgesamt 69 Stellen ausgeschrieben gewesen. Am Montag seien weitere Stellen zur Veröffentlichung auf den Weg gebracht worden.

Moeller zufolge hat das Bildungsministerium am Mittwoch eine weitere E-Mail an die Schulämter verschickt. Darin sei klargestellt worden, "dass selbstverständlich die notwendig zu besetzenden Stellen jeweils ohne unnötige Zeitverzögerung auszuschreiben sind."

Das Ministerium bedaure den Fehler durch die falsche Kommunikation auf Arbeitsebene am 4. August.

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Der Sprecher betonte, die Anzahl der ausgeschriebenen Stellen sei kein statischer Wert: "Stellen werden über das gesamte Schuljahr nachgemeldet oder bei nicht erfolgter Besetzung neu ausgeschrieben."

Titelfoto: Philipp von Ditfurth/dpa

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