Im Corona-Jahr: Weniger Sitzenbleiber an deutschen Schulen

Wiesbaden - Die Klassenstärke hat sich in der Pandemie nicht verändert. Aber wegen Corona galten teilweise andere die Versetzungsregeln.

Die Klassengröße in Grundschulen hat sich in den vergangenen zehn Jahren nicht verändert.
Die Klassengröße in Grundschulen hat sich in den vergangenen zehn Jahren nicht verändert.  © Sebastian Gollnow/dpa

Während der Corona-Pandemie haben deutlich weniger Kinder eine Klassenstufe wiederholt. Laut Statistischem Bundesamt lag das unter anderem an veränderten Versetzungsregelungen.

Wie das Amt am heutigen Freitag berichtete, wiederholten im Schuljahr 2020/21 an allgemeinbildenden Schulen 93.100 Schülerinnen und Schüler eine Klasse - entweder freiwillig oder weil sie nicht versetzt wurden.

Das waren 50.500 weniger als im Schuljahr davor.

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Damit sank die Quote der Wiederholer bundesweit von 2,3 Prozent im Schuljahr 2019/20 auf zuletzt 1,4 Prozent.

"Aufgrund von Unterrichtsausfällen, Wechsel- und Distanzunterricht wurden in vielen Bundesländern besondere Regeln in Hinblick auf die Versetzung eingeführt. So wurde die Versetzung vielfach nicht mehr an die schulischen Leistungen geknüpft", ordneten die Statistiker ein.

Die Quote ging in allen Bundesländern zurück.

Am höchsten war sie, wie in den Vorjahren, in Bayern – 26.500 Schülerinnen und Schüler beziehungsweise 2,8 Prozent besuchten dort im Schuljahr 2020/2021 erneut ihre Klassenstufe.

Niedrigste Quote von Wiederholern in Berlin

Die veränderten Versetzungsregeln sorgen dafür, dass deutlich wenig Schüler eine Klasse wiederholen müssen.
Die veränderten Versetzungsregeln sorgen dafür, dass deutlich wenig Schüler eine Klasse wiederholen müssen.  © David Inderlied/dpa

Am niedrigsten war die Quote in Berlin, hier wiederholten nur 2500 Schülerinnen und Schüler die Klassenstufe, weniger als ein Prozent.

Die Versetzung wird in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. 58 Prozent der Wiederholer waren männlich.

Die durchschnittliche Klassengröße lag - über alle Schulformen hinweg - im Schuljahr 2020/2021 bundesweit bei 24 Schülerinnen und Schülern.

Am höchsten war sie mit 26 Schülern in Berlin, am niedrigsten mit 21 in Sachsen-Anhalt.

In Grundschulen saßen in den Klassen im Schnitt 21 Kinder.

"Während der letzten zehn Jahre hat sich die Klassengröße an Grundschulen nicht verändert", teilten die Statistiker mit.

Am kleinsten waren die Klassen im Schnitt zuletzt in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen mit jeweils 19 Schülerinnen und Schülern.

In Nordrhein-Westfalen und in Berlin mit jeweils 23 waren die Grundschulklassen am größten.

Titelfoto: David Inderlied/dpa

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