Kinder aus der Ukraine: Land sieht keine Platzprobleme in Kitas

Magdeburg - Das Sozialministerium geht davon aus, dass der gestiegene Betreuungsbedarf in Kitas durch die Aufnahme ukrainischer Familien in Sachsen-Anhalt aktuell bewältigt werden kann.

Kitas in Sachsen-Anhalt haben die Kapazität für geflüchtete Kinder aus der Ukraine.
Kitas in Sachsen-Anhalt haben die Kapazität für geflüchtete Kinder aus der Ukraine.  © Annette Riedl/dpa

Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Nicole Anger (45, Linke) hervor.

"Derzeit zeichnet sich noch nicht ab, dass die Betreuungsbedarfe in Kindertageseinrichtungen nicht gedeckt werden können", heißt es darin.

Die Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen-Anhalt haben bislang rund 24.200 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen.

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Darunter waren nach Angaben des Innenministeriums von vergangener Woche mindestens 2589 Kinder im Kindergarten- und 6094 Kinder im schulpflichtigen Alter.

"Für die ukrainischen Kinder ist ein strukturierter Alltag und der Kontakt zu Gleichaltrigen wichtig", sagte Anger. Sie teilt die Einschätzung der Landesregierung nicht. Insbesondere in größeren Städten wie Magdeburg sei es zum Teil schwierig, zeitnah einen Platz zu bekommen.

Es wird mehr Personal benötigt

Viele Kitas litten zudem weiterhin unter den Folgen der Corona-Pandemie und verzeichneten einen hohen Krankenstand. Es müsse mehr Personal gewonnen und versucht werden, dass Kitas durch die Änderung ihrer Betriebserlaubnis die Zahl der Plätze erhöhen, wenn die Räumlichkeiten dies zuließen.

Zuständig für die Betriebserlaubnis sind die jeweiligen örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe. Diese sollten die notwendigen Betreuungskapazitäten "durch Ausschöpfen aller Handlungs- und Entscheidungsspielräume" schaffen, heißt es in der Regierungsantwort.

In Sachsen-Anhalt werden rund 28.000 Kinder zwischen null und drei Jahren sowie etwa 65.000 Kinder zwischen drei Jahren und dem Schuleintritt in Tageseinrichtungen betreut.

Titelfoto: Annette Riedl/dpa

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