Mehr Zeit fürs Lernen und bei Prüfungen: Diese Änderungen gelten jetzt für Schulabschlüsse

Stuttgart - Um Nachteilen von Schülern in der Prüfungsphase aufgrund der Corona-Pandemie vorzubeugen, hat das baden-württembergische Kultusministerium Anpassungen für alle weiterführenden und beruflichen Schulen vorgenommen.

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (56, CDU).
Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (56, CDU).  © DPA / Sebastian Gollnow

"Wir nutzen alle Möglichkeiten für faire Prüfungsbedingungen und erweitern im Interesse der angehenden Absolventinnen und Absolventen alle möglichen Spielräume", wird Kultusministerin Susanne Eisenmann (56, CDU) in einer Mitteilung vom Freitag zitiert.

Demnach haben Schülerinnen und Schüler bei schriftlichen Prüfungen jetzt eine halbe Stunde mehr Zeit, wenn die Klausur auf 180 Minuten oder länger angesetzt gewesen wäre.

Für kürzer angesetzte Prüfungen stehen 15 Minuten mehr zur Verfügung.

Lehrkräfte sollen darüber hinaus mehr Prüfungsaufgaben zur Vorauswahl angeboten bekommen, um dadurch spezifischer auf die ausführlich abgearbeiteten Themen des Unterrichts eingehen zu können. Außerdem soll das Institut für Bildungsanalysen den Umfang und die Schwierigkeit der bereits erstellten Prüfungsaufgaben unter die Lupe nehmen.

Das Kultusministerium hat außerdem wie bereits im vergangenen Jahr den Lehrerinnen und Lehrern aufgetragen, die besonderen Umstände durch die Corona-Pandemie bei der Bewertung der Prüfungen zu berücksichtigen.

Kein automatisches Aufrücken in höhere Klasse mehr, schulische Leistungen wieder entscheidend

Schülerinnen und Schüler einer Oberstufe sitzen in einem Klassenraum und bearbeiten eine Aufgabe.
Schülerinnen und Schüler einer Oberstufe sitzen in einem Klassenraum und bearbeiten eine Aufgabe.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Schülerinnen und Schülern haben indessen die freie Wahl, ob sie die Abschlussprüfungen am Haupt- oder am Nachtermin schreiben wollen. Wer eine Klasse freiwillig wiederholen möchte, kann dies tun, ohne dass dies als "Nichtversetzung" gewertet wird.

Eine Änderung zum vergangenen Schuljahr gibt es allerdings bei der Entscheidung über eine Versetzung in die nächsthöhere Klasse im Allgemeinen, denn dafür sollen wieder die schulischen Leistungen entscheidend sein.

"Ein erneutes automatisches Aufrücken wäre aus pädagogischen Gründen nicht sinnvoll, da hier die Gefahr bestünde, dass Schülerinnen und Schüler mit zu großen Rückständen in das neue Schuljahr starten", heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

"Wir haben an allen uns möglichen Stellschrauben gedreht. Sowohl in Bezug auf die Vorbereitung als auch auf die Prüfungsinhalte, den Ablauf und die Bewertung", sagte Susanne Eisenmann.

"Ich bin mir sicher, dass wir den angehenden Absolventinnen und Absolventen damit faire Bedingungen für ihre Abschlussprüfungen bieten – und sie diese genauso gut meistern werden wie die vorherigen Jahrgänge", schloss die Kultusministerin.

Titelfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

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