Schüler proben Aufstand: Online-Petition fordert ein "Faires Abitur 2021"

Dresden - Bei vielen Abiturienten in Sachsen liegen die Nerven blank. Ihnen schwant Ungutes, wenn sie an die Prüfungen im Frühjahr denken.

Bereits das Abitur 2020 musste unter Corona-Bedingungen abgelegt werden. (Archivbild)
Bereits das Abitur 2020 musste unter Corona-Bedingungen abgelegt werden. (Archivbild)  © Felix Kästle/dpa

Auf der Internetplattform change.org haben sächsische Schüler darum eine Petition "Faires Abitur 2021" gestartet. Sie wurde am 3. Januar online gestellt. Rund 9000 Personen unterschrieben sie bereits.

Die Petenten zeichnen ein tristes Bild ihrer Verfassung. Der Abiturjahrgang 2021 war sowohl in Klasse 11 als auch in Klasse 12 von der Corona-Pandemie betroffen. Jedem Schüler fehlen jetzt schon mindestens 14 Wochen Präsenzunterricht wegen der Lockdowns.

Viele Abiturienten erkennen jetzt, dass sie sich im Homeschooling prüfungsrelevanten Stoff nur unzureichend aneignen konnten.

Sie schreiben in der Petition: "Sowohl Quantität als auch Qualität des Onlineunterrichts kann man keinesfalls mit denen des Präsenzunterrichtes vergleichen. Durch die unzureichende Digitalisierung war die Kommunikation zwischen Schüler und Lehrer gravierend beeinträchtigt."

Das sagt der Landessschülerrat

Joanna Kesicka ist 18 Jahre alt und seit November 2019 Vorsitzende des Landesschülerrates Sachsen. Sie besucht das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Löbau und wird am Ende dieses Schuljahres die Abiturprüfungen ablegen.
Joanna Kesicka ist 18 Jahre alt und seit November 2019 Vorsitzende des Landesschülerrates Sachsen. Sie besucht das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Löbau und wird am Ende dieses Schuljahres die Abiturprüfungen ablegen.  © Norbert Neumann

Die Abiturienten fordern ein "Faires Abitur" und Anpassungen in Bezug auf Klausuren, das Vor-Abitur, die Anzahl der Noten des Kurshalbjahres 12/2 und die Abiturprüfungen 2021. "Auch eine Verschiebung der Abiturprüfungen auf einen späteren Zeitpunkt sollte in Erwägung gezogen werden", heißt es im Text.

Der Landessschülerrat (LSR) mahnt auch einen Nachteilsausgleich für die Abiturienten an. LSR-Sprecherin Joanna Kesicka (18) weist zudem auf den hohen Notendruck bei den Schülern hin: "Je länger Distanzlernen und Wechselmodelle andauern, desto gewichtiger wird auch die Frage nach den Bewertungen. Hier sollte eine Lösung für alle Klassenstufen gefunden werden."

Titelfoto: Felix Kästle/dpa

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