Schülervertreter fordern weniger Lernstoff und mehr Digitales im neuen Jahr

Düsseldorf - Nach Monaten voller Ungewissheit durch die Corona-Pandemie fordert die Landesschülervertretung ausgedünnte Lehrpläne für das neue Jahr an Nordrhein-Westfalens Schulen.

Die Landesschülervertretung fordert nach Monaten voller Ungewissheit durch die Corona-Pandemie ausgedünnte Lehrpläne für das neue Jahr an NRWs Schulen (Symbolbild).
Die Landesschülervertretung fordert nach Monaten voller Ungewissheit durch die Corona-Pandemie ausgedünnte Lehrpläne für das neue Jahr an NRWs Schulen (Symbolbild).  © Jonas Güttler/dpa

Der verpasste Stoff sei bei einem engmaschigen Lehrplan nicht mehr nachzuholen. "Deswegen muss man sagen: Wir kürzen die Pläne. Thema XY wird ersatzlos gestrichen, um die anderen Themen vernünftig zu behandeln", sagte Sophie Halley, Vorstand der Landesschülervertretung, der Deutschen Presse-Agentur.

Nur mit entschlackten Plänen könnten Kinder nach der Pandemie zurück zur Normalität finden. Kinder und Jugendliche stünden unter Druck, weil sich durch den ausgefallenen Unterricht ein Themen-Rückstau bilde.

Mit Distanzunterricht hat die Schülervertretung zudem "ein riesiges Problem". Die notwendigen Medien seien nicht vorhanden. "Die digitale Ausstattung an Schulen ist fast immer auf Overhead-Projektoren und Beamer beschränkt", so Halley. Es sei ein immenser Bürokratieaufwand, Mittel aus dem Digitalpakt zu beantragen.

"Dafür bräuchte man einen weiteren Menschen, der sich nur mit der Bestellung dieser Endgeräte aus dem Digitalpakt beschäftigt", sagte Halley. Bei dem Lehrkräftemangel könne sich das aber keine Schule leisten.

Bislang sei der rund eine Milliarde Euro schwere Digitalpakt nur zu einem Viertel ausgeschöpft worden, hieß es aus dem zuständigen Schulministerium. Lehrkräften müssten auch Fortbildungen zum Umgang mit digitalen Medien angeboten werden.

Die Schülervertreter fordern zudem, dass nur Abschlussjahrgänge und Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe benotet werden sollen. Abiturientinnen und Abiturienten sollen entscheiden dürfen, ob sie die Abiturklausuren schreiben oder stattdessen eine Durchschnittsnote bisher erbrachter Leistungen als Abschlussnote bekommen.

Durch Distanzunterricht würden Kinder aus sozial schwächeren Haushalten benachteiligt werden.

Titelfoto: Jonas Güttler/dpa

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