Schulministerium: Land hat Anzeige gegen ehemaligen Islamberater erstattet

Düsseldorf – Im Fall des mutmaßlich gefälschten Lebenslaufs eines ehemaligen Islamberaters hat das Land selbst Strafanzeige gegen den Mann erstattet.

Die Ditib-Zentralmoschee in Köln: Der Verband steht auch wegen des Einflusses auf den Religionsunterricht in der Kritik.
Die Ditib-Zentralmoschee in Köln: Der Verband steht auch wegen des Einflusses auf den Religionsunterricht in der Kritik.  © Oliver Berg/dpa

Das geht aus der Antwort des Schulministeriums auf eine Kleine Anfrage der SPD im Landtag hervor. Die Staatsanwaltschaft Essen hatte Ende Juli Ermittlungen bestätigt. Die Anzeige der Bezirksregierung als zuständige Behörde war bislang nicht bekannt.

Aus der Antwort des Schulministeriums auf die Fragen der SPD wird auch klar, dass die Regierung bereits seit Ende Mai Hinweise auf den womöglich gefälschten Lebenslauf des Mannes hatte.

Die Zusammenarbeit mit ihm sei dann bereits zum 1. Juni "von beiden Vertragsparteien einvernehmlich" beendet worden. Der Fall war erst rund vier Wochen später durch einen Bericht der "Welt am Sonntag" bekannt geworden.

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Die SPD-Fraktion wollte auch wissen, ob der damalige Berater womöglich Lobbyarbeit für die umstrittene Organisation Ditib bei der Besetzung der neuen Kommission für islamischen Religionsunterricht betrieben hatte.

"Der frühere pädagogische Mitarbeiter und Berater hat zu keinem Zeitpunkt einen bestimmenden Einfluss auf Entscheidungen des Ministeriums und der Landesregierung ausgeübt", heißt es dazu von der Landesregierung.

Laut "Welt am Sonntag" gibt es unter anderem Zweifel an der Echtheit der Dissertation des Mannes.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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