Zu wenige Ausbildungs-Plätze: Senatorin Breitenbach appelliert an Betriebe

Berlin - Laut der Arbeits- und Sozialsenatorin Elke Breitenbach (60, Die Linke) gibt es deutlich zu wenig Ausbildungsplätze in Berlin. Sie fordert die Unternehmen auf, mehr Stellen anzubieten.

Arbeits- und Sozialsenatorin Elke Breitenbach (60, Die Linke) nimmt die Betriebe in die Pflicht.
Arbeits- und Sozialsenatorin Elke Breitenbach (60, Die Linke) nimmt die Betriebe in die Pflicht.  © Wolfgang Kumm/dpa

"Die Situation hat sich verschärft", sagte die Linke-Politikerin am Dienstag nach einer Sitzung des Senats.

Ein Grund dafür ist auch die Corona-Pandemie. "Wir haben ganz viele Jugendliche auf dem Markt, die eine Ausbildung beginnen möchten."

Unternehmen, die nicht ausbildeten, sägten an dem Ast, auf dem sie sitzen, sagte Breitenbach mit Hinweis auf den Fachkräftemangel in vielen Branchen. "Geben Sie sich einen Ruck, sorgen Sie dafür, dass es ausreichend Ausbildungsplätze gibt."

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Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage sei noch größer geworden, sagte Breitenbach. Derzeit seien 5.500 Ausbildungsplätze unbesetzt, gleichzeitig gebe es noch 7.000 unversorgte Bewerber.

Breitenbach wies darauf hin, dass Berlin Maßnahmen beschlossen habe, um die Situation der Jugendlichen zu verbessern.

So sei beispielsweise die Zahl der staatlich geförderten Ausbildungsplätze im Rahmen des Berliner Ausbildungsplatzprogramms (BAPP) aufgestockt worden.

Ein Ansatz: Ausbildung bei mehreren Betrieben im Verbund

"Wichtig in Berlin ist die Verbundausbildung", sagte die Arbeitssenatorin. Dabei haben zum Beispiel kleinere Betriebe die Möglichkeit, mit größeren zusammenzuarbeiten, bei denen dann Teile der Ausbildung in Bereichen absolviert werden können, die der eigentliche Ausbildungsbetrieb nicht anbieten kann.

"Das haben wir ausgeweitet", sagte Breitenbach. Ein Betrieb in Berlin könne sich einen Verbundpartner jetzt auch außerhalb der Hauptstadt suchen, so die Senatorin. "Das war bisher nicht möglich. Damit sind wir einen Schritt vorangegangen, was einen gemeinsamen Ausbildungsmarkt Berlin-Brandenburg angeht." Grundsätzlich sei das Angebot aber auch in Betrieben in Bundesländern über Brandenburg hinaus möglich.

Die Sozialsenatorin wies darauf hin, dass Betriebe außerdem Förderungen beantragen könnten, wenn sie Menschen einstellen, die behindert sind. Förderungen gebe es auch für die Ausbildung von Geflüchteten. Breitenbach forderte die Unternehmen auf, diese Möglichkeiten zu nutzen und Ausbildungsplatze zu schaffen.

Titelfoto: Wolfgang Kumm/dpa

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